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Grüne zu Gleichstellung und Vielfalt

Aus dem Programm „Machen ist hier Programm: Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026“

Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026, 22. März 2026Original-PDF, 110 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gleichstellung und Vielfalt

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 1 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 1 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1,2), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 1 deutlich progressiv, 5 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung stärken

Die Grünen wollen, dass Menschen mit Behinderung ihre Interessen mit professionellen Strukturen selbst vertreten können. Dazu sollen überall im Land kommunale Beiräte und Beauftragte entstehen und die politische Teilhabe ausgebaut werden.

Menschen mit Behinderung sollen selbst für ihre Rechte sprechen können. Jeder Kreis und jede große Stadt soll einen Beirat dafür haben. Wahlen sollen ohne Hindernisse möglich sein. Es soll Angebote in Leichter Sprache geben.

Hauptamtliche Behindertenbeauftragte in den Kommunen sollen gefördert werden. Die unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) soll bekannter werden und verpflichtend Kompetenz zu psychischen Erkrankungen aufbauen. Wahlen sollen barrierefrei werden, Online-Plattformen zur Beteiligung soll es in Leichter Sprache geben, und Programme sollen die Mitarbeit in kommunalen Gremien fördern. Der Partizipationsfonds für Selbstvertretungsorganisationen soll gut ausgestattet, die Besuchskommissionen für Einrichtungen sollen gestärkt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 54)
„Unser Ziel sind kommunale Behindertenbeiräte und -beauftragte in allen Landkreisen und kreisfreien Städten sowie in mehr Verbandsgemeinden.“
Seite 54 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Vertretungsgremien und barrierefreie Beteiligung bauen die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung schrittweise aus.

Barrierefreiheit und UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen

Die Grünen wollen bis 2035 alle Gebäude des Landes barrierefrei machen und die digitale Barrierefreiheit durchsetzen. Der Landesaktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention soll fortgeschrieben und das Landesrecht daran gemessen werden.

Alle Gebäude des Landes sollen bis 2035 ohne Hindernisse sein. Auch Internet-Seiten von Land und Gemeinden sollen für alle nutzbar sein. Blinde Menschen sollen mehr Geld bekommen. Das Land soll bei allen Entscheidungen an Menschen mit Behinderung denken.

Schwerpunkte beim Umbau sind Hochschulen und Polizeigebäude; eine Landesfachstelle und ein Kompetenzzentrum Barrierefreiheit sollen entstehen. Digitale Angebote von Land und Kommunen sollen barrierefrei, in mehreren Sprachen und in einfacher Sprache verfügbar sein, und Verbände sollen besser klagen können. Mit Baden-Württemberg soll ein Studiengang für Gebärdensprachdolmetschen entstehen. Das Landesblindengeld soll mit den Preisen steigen und auf stark hörbehinderte Menschen ausgeweitet werden. Geplant sind außerdem ein Disability Mainstreaming in der Verwaltung, die Förderung inklusiver Wohngemeinschaften und eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe.

Originalzitat anzeigen (Seite 55)
„Wir gestalten alle Landesgebäude umfassend barrierefrei. Ziel der Umsetzung ist das Jahr 2035“
Seite 55 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Umbauten, neue Fachstellen und ein höheres, erweitertes Landesblindengeld bedeuten zusätzliche öffentliche Ausgaben und Leistungen.

  • Gesellschafteher progressiv

    Verbindliche Barrierefreiheit und die systematische Prüfung von Entscheidungen auf ihre Folgen für Menschen mit Behinderung erweitern die Gleichstellung.

Ehegattensplitting ersetzen und Lohngleichheit fördern

Die Grünen verlangen vom Bund, das Ehegattensplitting durch eine individuelle Besteuerung abzulösen, weil es Frauen aus ihrer Sicht strukturell benachteiligt. Im Land soll ein Programm Unternehmen fördern, die freiwillig ihre Gehälter prüfen und Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern beseitigen. Gleichstellungsbeauftragte sollen eine stärkere Stellung bekommen.

Ehepaare zahlen heute oft gemeinsam Steuern. Die Grünen finden: Das ist ungerecht für Frauen. Jede Person soll einzeln besteuert werden. Firmen sollen Hilfe bekommen, wenn sie Frauen und Männer gleich bezahlen. Gleichstellungs-Beauftragte sollen mehr Gewicht bekommen.

Das Landesprogramm trägt den Namen „Entgeltgleichheit jetzt!“ und soll Beratung und Prüfungen bieten, angelehnt an das Analysewerkzeug Logib-D. Betriebe mit nachweislich fairer Bezahlung sollen die Auszeichnung „Fair Pay RLP“ erhalten. Gefördert werden sollen außerdem Projekte für eine gleichmäßigere Aufteilung von Sorgearbeit in Familien. Die Rolle der Gleichstellungsbeauftragten soll in der Gemeindeordnung gestärkt werden. Die Kampagne für mehr Frauen in der Kommunalpolitik wird fortgesetzt und weiterentwickelt, ebenso der Einsatz für mehr Frauen in Führungspositionen.

Originalzitat anzeigen (Seite 67)
„Wir fordern den Bund auf, das Ehegattensplitting endlich zu reformieren und durch ein gerechtes, individuelles Steuermodell zu ersetzen“
Seite 67 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Ablösung des Ehegattensplittings wird vom Bund gefordert, die Landesmaßnahmen sind freiwillige Förderprogramme; zusammen verschiebt das den Stand schrittweise in Richtung Gleichstellung.

Schutz von Frauen vor Gewalt ausbauen

Die Grünen wollen Frauenhäuser, Übergangswohnungen, Notrufe und Interventionsstellen weiter ausbauen und die Istanbul-Konvention im Land vollständig umsetzen. Das Gewalthilfegesetz des Bundes, das ab 2032 einen Anspruch auf kostenlosen Schutz und Beratung gibt, soll konsequent umgesetzt werden. Hinzu kommen Vorbeugung und strengere Regeln auf Bundesebene.

Die Grünen wollen Frauen besser vor Gewalt schützen. Es soll mehr Plätze in Frauen-Häusern geben. Auch Notrufe und Beratung sollen wachsen. Belästigung durch Zurufe auf der Straße soll strafbar werden. Jungen und junge Männer sollen früh lernen, Streit ohne Gewalt zu lösen.

Bei der Umsetzung des Gewalthilfegesetzes sollen besonders verletzliche Gruppen bedacht werden, darunter wohnungslose und geflüchtete Frauen, Frauen mit Behinderung, trans Frauen und Frauen in der Prostitution. Der Gewaltschutz soll im familiengerichtlichen Verfahren umfassender verankert werden, um Frauen und Kinder vor häuslicher Gewalt zu schützen. Beim Bund setzt sich die Partei dafür ein, Catcalling, also verbale sexuelle Belästigung, unter Strafe zu stellen. Zur Vorbeugung sollen Angebote für Jungen und junge Männer sowie die Arbeit mit Tätern gestärkt werden. Sexualaufklärung soll Selbstbestimmung in den Mittelpunkt stellen.

Originalzitat anzeigen (Seite 68)
„Den Ausbau und die Stärkung der Frauenhäuser und Second-Stage-Wohnungen, der Frauennotrufe und der Interventionsstellen werden wir fortführen“
Seite 68 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Mit der Strafbarkeit von Catcalling soll auf Bundesebene ein neues Verhalten unter Strafe gestellt werden, was das Strafrecht ausweitet.

  • Gesellschafteher progressiv

    Hilfsstrukturen für gewaltbetroffene Frauen und Präventionsarbeit sollen innerhalb des bestehenden Systems ausgebaut werden, was Gleichstellung und Selbstbestimmung stärkt.

Landesantidiskriminierungsgesetz und Beratung ausbauen

Die Grünen wollen mit einem Landesantidiskriminierungsgesetz Schutzlücken schließen und Betroffenen Mittel geben, sich zu wehren. Im Diskriminierungsrecht soll eine Beweiserleichterung gelten. Beratungsstellen sollen ausgebaut und der Landesaktionsplan gegen Rassismus fortgeführt werden.

Niemand soll benachteiligt werden, etwa wegen Hautfarbe, Religion oder Behinderung. Die Grünen wollen dafür ein eigenes Landes-Gesetz. Betroffene sollen sich damit besser wehren können. Es soll mehr Beratungs-Stellen geben. In Schulen und Ämtern soll es Kurse gegen Rassismus geben.

Das Gesetz soll Benachteiligung wegen einer Behinderung ausdrücklich als strukturelle Diskriminierung erfassen. Die Beratungsstellen sollen barrierefrei, unabhängig und in mehreren Sprachen arbeiten. Der Landesaktionsplan gegen Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit soll überprüft und weiterentwickelt werden, unter anderem mit Workshops in Schulen und Behörden sowie Kampagnen gegen Falschnachrichten. Bildungsprojekte in Kitas, Schulen, Jugendzentren und bei der Polizei sollen gesichert und die Vielfalt in der Verwaltung gefördert werden. Die Meldestelle für menschenfeindliche Vorfälle erhält weiter Unterstützung, der digitale Beratungskompass wird fortentwickelt.

Originalzitat anzeigen (Seite 69)
„Deshalb greifen wir mit dem Landesantidiskriminierungsgesetz dort ein, wo Menschen bislang nicht ausreichend geschützt wurden“
Seite 69 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Ein Landesgesetz mit Beweiserleichterung, mehr Beratung und Antirassismus-Programme bauen den Diskriminierungsschutz gegenüber heute schrittweise aus.

Queere Menschen schützen und rechtlich gleichstellen

Die Grünen wollen queere Menschen besser vor Gewalt und Anfeindungen schützen, unter anderem mit dauerhaft geförderten Zentren in allen größeren Städten und einem weiterentwickelten Landesaktionsplan. Die Landesverfassung soll sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität als Schutzmerkmale nennen. Das Abstammungsrecht soll modernisiert und Mehrelternschaft rechtlich abgesichert werden.

Queere Menschen sind zum Beispiel lesbisch, schwul oder trans. Die Grünen wollen sie besser vor Gewalt schützen. In großen Städten soll es feste Treffpunkte mit Beratung geben. Die Landes-Verfassung soll queere Menschen ausdrücklich schützen. Kinder sollen auch mehr als zwei Eltern mit Sorgerecht haben können.

Der Landesbeauftragte für gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechtsidentität soll zusätzlich für Antidiskriminierung zuständig und eine eigenständige Stelle mit eigenen Befugnissen und Mitteln werden. Eine Studie soll das Ausmaß von Gewalt gegen queere Menschen erfassen; geplant ist auch eine Fachstelle für queere Geflüchtete. Das Bildungsprojekt SCHLAU wird gestärkt, der Sexualkundeunterricht modernisiert, und bei Polizei und Justiz entstehen weitere spezialisierte Ansprechstellen. Der sogenannte Sittenparagraf soll aus der Landesverfassung gestrichen und Artikel 4 ergänzt werden. Kinder sollen ab der Geburt rechtlich abgesichert sein, auch in Regenbogenfamilien oder nach Samenspende. Queere Vereine und kommunale Queerbeauftragte erhalten weiter Förderung.

Originalzitat anzeigen (Seite 71)
„Queere Zentren werden wir durch institutionelle Förderungen in allen Oberzentren fördern und dort Schutzräume, Beratung und Begegnung bieten.“
Seite 71 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich progressiv

    Die rechtliche Absicherung von Mehrelternschaft, ein geöffnetes Abstammungsrecht und die Verfassungsänderung führen Regelungen ein, die es heute nicht gibt, und öffnen das Familienrecht grundlegend für neue Lebensformen.

Was sagen die anderen Parteien zu Gleichstellung und Vielfalt?

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