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Grüne zu Gesundheit und Pflege

Aus dem Programm „Stabil in bewegten Zeiten. Baden-Württemberg kann es.“

Landtagswahl Baden-Württemberg 2026, 8. März 2026Original-PDF, 87 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gesundheit und Pflege

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 7 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Europaeher mehr EU (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 1 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 0 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Medizinforschung und Gesundheitswirtschaft ausbauen

Die Grünen wollen, dass neue medizinische Entwicklungen schneller bei Patientinnen und Patienten ankommen. Dafür sollen Unikliniken, Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen enger zusammenarbeiten.

Die Grünen wollen, dass neue Medizin schneller bei kranken Menschen ankommt. Dafür sollen Kliniken, Forscher und Firmen enger zusammen arbeiten. Heidelberg und Mannheim sollen ein Spitzen-Standort für Medizin-Forschung werden.

Der Verein Universitätsmedizin Baden-Württemberg (4U-Verbund) und das Forum Gesundheitsstandort BW sollen ausgebaut werden. Auch die Forschung zum Altern soll vorankommen. Der Verbund der Unikliniken Heidelberg und Mannheim soll zur deutschen Nummer eins und zu einem international sichtbaren Standort der Medizinforschung werden; dazu beitragen soll die „Health and Life Science Alliance“, ein Innovationscampus.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Unser Ziel ist es, medizinische Innovationen schneller in die Versorgung zu bringen.“
Seite 20 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Krankenhäuser verlässlich finanzieren

Die Grünen setzen auf ein starkes öffentliches Gesundheitssystem. Vom Bund fordern sie eine verlässliche Finanzierung der Behandlungen im Krankenhaus; das Land soll seine Investitionsförderung für Kliniken weiter erhöhen.

Die Grünen wollen gute Krankenhäuser für alle. Der Bund soll die Behandlungen sicher bezahlen. Das Land soll mehr Geld für Gebäude und Geräte geben.

Leitmotiv der Gesundheitspolitik ist laut Programm: digital und vorbeugend vor ambulant, ambulant vor stationär. Gesundheit soll in allen Politikfeldern mitgedacht werden. Die Investitionsförderung des Landes für Kliniken wurde nach Angaben der Partei in den vergangenen Jahren stufenweise angehoben; dieser Kurs soll fortgesetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Damit sie ihre Arbeit gut machen können, setzen wir uns für eine verlässliche Finanzierung der Krankenhausbehandlung durch den Bund ein.“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentlichen Mittel für Krankenhäuser sollen weiter steigen, was staatliche Leistungen schrittweise ausbaut.

Schulgeld in Gesundheitsberufen abschaffen

Die Grünen wollen, dass die Ausbildung in Gesundheitsberufen kein Schulgeld mehr kostet. Nach Darstellung des Programms halten die Gebühren viele junge Menschen von Berufen wie Logopädie, Ergo- und Physiotherapie ab, obwohl Bedarf besteht.

Manche Ausbildungen im Gesundheits-Bereich kosten Geld. Das gilt zum Beispiel für Physio-Therapie. Die Grünen wollen diese Gebühren abschaffen. Dann machen mehr junge Menschen diese Ausbildung.

Das Programm nennt Logopädinnen und Logopäden sowie Ergo- und Physiotherapeutinnen und -therapeuten als Beispiele. Interesse und Bedarf seien vorhanden, die Gebühren wirkten aber abschreckend. Die Schulgeldfreiheit soll daher für die Gesundheitsberufe gelten.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Wir setzen uns daher für die Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsberufen ein.“
Seite 61 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Wegfall des Schulgelds verlagert Ausbildungskosten von Einzelnen auf die öffentliche Hand.

Telemedizin und digitale Gesundheitsversorgung ausbauen

Die Grünen wollen die Digitalisierung im Gesundheitswesen vorantreiben und telemedizinische Angebote fördern. Hausarztpraxen sollen digital erreichbar sein und beraten können, was vor allem die Versorgung auf dem Land stärken soll.

Die Grünen wollen mehr digitale Angebote beim Arzt. Patienten sollen auch per Video mit Ärzten sprechen können. Das hilft besonders Menschen auf dem Land. Technik soll Menschen aber nicht ersetzen.

Die Cloudplattform „MEDI:CUS“ des Landes ermöglicht nach Darstellung des Programms den sicheren Austausch von Gesundheits- und Versorgungsdaten, Zweitmeinungen und das Teilen von Befunden. Telemedizin soll Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten unabhängig vom Ort und über Fachgrenzen hinweg erlauben. Digitale Beratung durch die Hausarztpraxis soll unnötige Wege in die hochspezialisierte Medizin vermeiden. Technik gilt der Partei als Mittel für bessere Versorgung, nicht als Ersatz für menschliche Zuwendung.

Originalzitat anzeigen (Seite 61)
„Dazu fördern wir die Einführung und Nutzung telemedizinischer Versorgungsangebote.“
Seite 61 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Pflegeberufe stärken und Angehörige entlasten

Die Grünen wollen die professionelle Pflege stärken: mit modernerer Ausbildung, neuen Berufsbildern, mehr Mitsprache und besseren Arbeitsbedingungen. Pflegende Angehörige sollen durch mehr Plätze in der Tages- und Kurzzeitpflege entlastet werden. Ein „Pakt der Pflege“ soll die Versorgung vor Ort sichern.

Die Grünen wollen die Pflege stärken. Die Ausbildung soll moderner werden. Pflege-Kräfte sollen mehr mitreden können. Viele Menschen pflegen ihre Angehörigen zu Hause. Sie sollen mehr Hilfe bekommen, zum Beispiel durch Tages-Pflege.

Ein dauerhafter Strategiedialog Pflege soll Fachkräfte, Wissenschaft, Verbände und Politik zusammenbringen. Geplant sind neue Berufsbilder wie die Community Health Nurse, mehr Pflegeforschung und eine stärkere gerontologische Qualifikation in der Ausbildung. Der Landespflegerat soll zur professionellen Vertretung ausgebaut und institutionell gefördert werden. Die Pflegeassistenzausbildung wird um intensive Deutschförderung für Zugewanderte ergänzt; eine Landesagentur unterstützt Pflegefachkräfte bei der Einwanderung. Das „Innovationsprogramm Pflege“ fördert Konzepte für Kurzzeit-, Tages-, Nacht- und ambulante Pflege.

Originalzitat anzeigen (Seite 63)
„Wir wollen die Pflegeausbildung modernisieren und ausbauen – von der Pflegeassistenz bis zum Masterabschluss.“
Seite 63 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr öffentlich geförderte Pflegeplätze, Ausbildung und Forschung bauen staatliche Leistungen in der Pflege schrittweise aus.

  • Migrationeher offen

    Die Zuwanderung von Pflegekräften soll durch eine Landesagentur und Deutschförderung erleichtert werden.

Hausärztliche Versorgung auf dem Land sichern

Die Grünen wollen eine Initiative „Hausärztliche Versorgung“ starten, die Lücken in der medizinischen Grundversorgung schließt. Dazu gehören eine neue Quote für Kinderärzte auf dem Land, ein kommunaler Ärztefonds und bessere Bedingungen im praktischen Jahr des Medizinstudiums.

Auf dem Land fehlen oft Ärzte. Die Grünen wollen das ändern. Es soll Studien-Plätze für künftige Land-Kinderärzte geben. Ein Fonds soll neue Praxen auf dem Land unterstützen. Medizin-Studenten sollen im Praxis-Jahr genug Geld bekommen.

Geplant sind zusätzliche Lehrpraxen auf dem Land, Stipendien für ein praktisches Jahr in ländlichen Regionen sowie Stipendien und Programme für Ärztinnen und Ärzte, die aus anderen Fachgebieten in die Hausarztmedizin wechseln. Im praktischen Jahr sollen eine existenzsichernde Mindestvergütung, gute Lehre und die Anerkennung von Krankheitstagen gelten. Aus dem kommunalen Ärztefonds sollen Niederlassungen in unterversorgten Regionen unterstützt werden. Primärversorgungszentren mit Teams aus mehreren Berufen sollen Teil der Regelversorgung werden; kommunale und genossenschaftliche Versorgungszentren werden unterstützt.

Originalzitat anzeigen (Seite 63)
„Die bestehende Landarztquote entwickeln wir bedarfsgerecht weiter und ergänzen sie durch eine neue „Landkinderarztquote““
Seite 63 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Stipendien, ein öffentlicher Ärztefonds und neue Quoten lenken die Ärzteversorgung stärker staatlich.

Geschlechtergerechte Medizin und Hebammenversorgung stärken

Die Grünen wollen die Forschung zu geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Medizin ausbauen, weil Medikamente und Therapien nach ihrer Darstellung vor allem an Männern erprobt werden. Trans- und intergeschlechtliche Menschen sollen ohne Diskriminierung behandelt werden. Die Versorgung mit Hebammen soll im ganzen Land gesichert sein.

Viele Medikamente werden vor allem an Männern getestet. Die Grünen wollen mehr Forschung zur Gesundheit von Frauen. Ärzte sollen lernen, trans und inter Menschen fair zu behandeln. Es soll überall genug Hebammen geben.

Laut Programm vernachlässigt die Forschung die Gesundheit von Frauen sowie von nicht-binären, inter- und transgeschlechtlichen Personen. Ärztinnen und Ärzte, vor allem in Gynäkologie und Hausarztpraxis, sollen sensibilisiert und fortgebildet werden. Beim Bund wollen sich die Grünen für einen besseren Hebammenhilfevertrag in der gesetzlichen Krankenversicherung einsetzen. Zudem unterstützt die Partei kostenlose Menstruationsprodukte in öffentlichen Gebäuden.

Originalzitat anzeigen (Seite 64)
„Wir wollen die geschlechtersensible Grundlagenforschung ausbauen und so dazu beitragen, diese Erkenntnislücke zu schließen.“
Seite 64 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Die Medizin soll stärker auf Frauen sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen ausgerichtet werden, was Gleichstellung schrittweise voranbringt.

Prävention und Öffentlichen Gesundheitsdienst stärken

Die Grünen wollen ein Gesundheitssystem, das vorbeugt, statt erst auf Krankheit zu reagieren. Dazu soll eine Präventionsstrategie für das ganze Land entstehen, Schulgesundheitsfachkräfte sollen an weiteren Schulen erprobt und der Öffentliche Gesundheitsdienst weiterentwickelt werden.

Die Grünen wollen, dass Menschen gar nicht erst krank werden. Dafür soll es einen Plan für das ganze Land geben. An mehr Schulen sollen Gesundheits-Fachkräfte arbeiten. Auch die Gesundheits-Ämter sollen mehr für Vorsorge tun.

Schulgesundheitsfachkräfte sollen die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern stärken, Chancen angleichen und früh Gesundheitswissen vermitteln. Der Öffentliche Gesundheitsdienst soll Gesundheitsplanung, Vorbeugung und Gesundheitsförderung aktiv vorantreiben, unter anderem mit einer Vernetzungs- und Kompetenzstelle und einer ressortübergreifenden Gesundheitsstrategie. Kommunale Gesundheitskonferenzen und präventive Netzwerke sollen gestärkt werden. Menschen mit postakuten Infektionssyndromen sollen weiter über Modellprojekte wie „MOVE-ME/CFS BW“ und „SEVERE-PAIS“ unterstützt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Darüber hinaus setzen wir uns für die Entwicklung einer landesweiten Präventionsstrategie ein.“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Öffentliche Gesundheitsangebote an Schulen und in Gesundheitsämtern sollen ausgebaut werden, was staatliche Leistungen schrittweise erweitert.

Drug-Checking und Schadensminderung ermöglichen

Die Grünen stellen Vorbeugung in den Mittelpunkt ihrer Drogen- und Suchtpolitik. Sie wollen Angebote schaffen, bei denen Konsumierende die Inhaltsstoffe von Drogen prüfen lassen können, und die gesundheitliche Versorgung von Abhängigen und Gefährdeten ausbauen.

Die Grünen wollen Sucht vorbeugen. Menschen sollen Drogen testen lassen können. So erfahren sie, was darin ist. Das soll vor gefährlichen Stoffen schützen. Süchtige Menschen sollen gute Hilfe bekommen.

Angebote zur Schadensminderung sollen gesundheitliche Risiken verringern, die etwa durch gestreckte Substanzen, verunreinigte Spritzen oder gefährliche Zusätze entstehen. Drug-Checking ist dabei Teil eines umfassenden Präventionskonzepts. Für abhängige und suchtgefährdete Menschen soll es ein gut ausgebautes Versorgungsangebot geben.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Deshalb setzen wir uns im Rahmen eines ganzheitlichen Präventionskonzepts für Möglichkeiten ein, Inhaltsstoffe von Drogen überprüfen zu lassen (Drug-Checking).“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mit Drug-Checking soll ein Angebot entstehen, das den Umgang mit Drogenkonsum stärker auf Gesundheitsschutz als auf Ächtung ausrichtet.

Arzneimittelproduktion im Land und Apotheken stärken

Die Grünen wollen die Versorgung mit grundlegenden Medikamenten sichern und dafür die Herstellung von Arzneimitteln und Medizinprodukten in der Region fördern. Apotheken vor Ort sollen gestärkt werden, damit die Versorgung wohnortnah bleibt.

Manchmal fehlen wichtige Medikamente, zum Beispiel Fieber-Saft für Kinder. Die Grünen wollen, dass mehr Medikamente in der Region hergestellt werden. Auch die Apotheken im Ort sollen gestärkt werden.

Als Beispiel nennt das Programm Fiebersaft für Kinder, der wegen Lieferproblemen auf dem Weltmarkt knapp werden kann. Die Förderung soll für eine regionale und nachhaltige Produktion gelten. Die Apotheke vor Ort gilt der Partei als Garant einer Versorgung in Wohnortnähe.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Deshalb fördern wir die regionale und nachhaltige Produktion von Arzneimitteln und Medizinprodukten.“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Herstellung von Arzneimitteln soll mit öffentlicher Förderung in die Region geholt werden, statt sie allein dem Weltmarkt zu überlassen.

Psychotherapeutische Versorgung ausbauen, Einsamkeit bekämpfen

Die Grünen wollen Lücken in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen schließen, besonders auf dem Land. Vorbeugung soll früh ansetzen, mit mehr Schulpsychologinnen und Schulpsychologen und mehr Therapieplätzen für Kinder und Jugendliche. Zudem soll eine Strategie gegen Einsamkeit entstehen.

Viele Menschen haben seelische Krankheiten. Sie finden oft schwer Hilfe. Die Grünen wollen mehr Therapie-Plätze, besonders auf dem Land. An Schulen soll es mehr Psychologen geben. Einsame Menschen sollen Anlauf-Stellen bekommen.

Telemedizinische Angebote sollen die Versorgung ergänzen, und Aufklärung soll Vorurteile gegenüber Betroffenen abbauen. Gestärkt werden sollen psychosoziale Beratung, Erstanlaufstellen sowie Sucht- und Suizidprävention; hinzu kommt eine gemeindepsychiatrisch organisierte Not- und Krisenversorgung. Beim Bund wollen sich die Grünen dafür einsetzen, dass die Finanzierung der Weiterbildung von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten rechtlich gesichert wird. Für einsame Menschen sollen zentrale Anlaufstellen Hilfe anbieten.

Originalzitat anzeigen (Seite 65)
„Dafür wollen wir die psychotherapeutische Versorgung überall, insbesondere im ländlichen Raum, verbessern und dafür auch telemedizinische Angebote fördern.“
Seite 65 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Therapieplätze, Schulpsychologen und Beratungsstellen erweitern öffentlich finanzierte Leistungen schrittweise.

Rettungsdienst und Leitstellen modernisieren

Die Grünen wollen Rettungswachen sanieren und neu bauen, die Leitstellen personell und technisch besser aufstellen und Gemeinde-Notfallsanitäter einsetzen. Die kürzere Hilfsfrist soll nicht zulasten der Beschäftigten gehen.

Die Grünen wollen Rettungs-Wachen reparieren und neu bauen. Die Leitstellen nehmen Notrufe an. Sie sollen mehr Fachleute und eine gemeinsame Software bekommen. Gemeinde-Notfallsanitäter sollen bei leichteren Fällen helfen. So hat der Rettungsdienst mehr Zeit für echte Notfälle.

Der Rückstand bei Sanierung und Neubau von Rettungswachen, auch für Berg-, Wasser- und Luftrettung, soll in der nächsten Wahlperiode weiter schrumpfen. Für die Integrierten Leitstellen sollen neue Wege der Fachkräftegewinnung entstehen, dazu eine landesweit einheitliche Software mit digitalen Schnittstellen zur Polizei auf europäischer Open-Source-Basis. Die Selbstverwaltung im Rettungsdienst soll an ihren Ergebnissen gemessen und bei Bedarf überprüft werden. Für die verkürzte Hilfsfrist verlangt das Programm genügend Personal und Material.

Originalzitat anzeigen (Seite 81)
„Zudem setzen wir auf das Konzept der Gemeinde-Notfallsanitäter*innen, um die originäre Notfallrettung zu entlasten.“
Seite 81 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Notfall- und Gesundheitsversorgung über Grenzen hinweg

Die Grünen wollen eine gemeinsame Notfallversorgung mit dem Elsass und der Nordwestschweiz vorbereiten. Auch in der Gesundheitsversorgung sollen bürokratische Hürden für Personal und Patienten an der Grenze fallen.

Bei einem Notfall soll die Grenze keine Rolle spielen. Rettungs-Dienste aus drei Ländern sollen zusammen üben und helfen. Ärzte und Pfleger sollen leichter im Nachbar-Land arbeiten können. Patienten sollen dort behandelt werden, wo es am schnellsten geht.

Rettungsdienst, Luftrettung, Wasserrettung und Bergwacht sollen die Zusammenarbeit regelmäßig einüben. Rechtliche Regeln für Blaulichtorganisationen sollen angeglichen und gemeinsame Weiterbildungen ausgeweitet werden. Zusammen mit Frankreich und der Schweiz sollen Hürden für medizinisches Personal und Patienten abgebaut werden. Die Finanzierung des trinationalen Gesundheitszentrums TRISAN soll langfristig gesichert werden. Kommunen sollen ihre Zusammenarbeit ausdrücklich europäisch ausrichten, etwa bei Umwelt, Klima und Energie.

Originalzitat anzeigen (Seite 84)
„Als weitere konkrete Maßnahme wollen wir die Grundlage für eine trinationale Notfallversorgung zwischen Baden-Württemberg, dem Elsass und der Nordwestschweiz schaffen.“
Seite 84 im Original

Einordnung

  • Europaeher mehr EU

    Gemeinsame Strukturen und angeglichene Regeln mit den Nachbarländern vertiefen die europäische Zusammenarbeit schrittweise.

Was sagen die anderen Parteien zu Gesundheit und Pflege?

Alle Programme in Baden-Württemberg im Vergleich