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parteiprogramm

FDP zum Wohnen

Aus dem Programm „Feuer und Flamme für Hessen. Programm zur Landtagswahl 2023“

Landtagswahl Hessen 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 120 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Wohnen

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt (+1,4), aus 7 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 0 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 4 eher mehr Markt, 3 deutlich mehr Markt

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Flächenverbrauch bis 2050 auf Netto-Null senken

Die FDP will den Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsflächen bis 2050 auf null bringen. Bevor neue Bau- oder Gewerbegebiete entstehen, sollen Baulücken, bestehende Gebäude und Brachflächen genutzt werden.

Boden lässt sich nicht vermehren. Die FDP will deshalb weniger neue Flächen bebauen. Ab 2050 soll unterm Strich keine neue Fläche mehr dazukommen. Zuerst sollen Lücken und alte Gebäude genutzt werden. Häuser sollen auch höher gebaut werden dürfen.

Vor neuen Siedlungsflächen sollen Baulücken geschlossen und der Bedarf belegt werden; der Ausbau von Scheunen, Ställen und Dachgeschossen hat Vorrang vor Neubaugebieten am Ortsrand. Brachliegende Gewerbe- und Industrieflächen sollen vor neuen Gewerbegebieten wieder genutzt werden, und Kommunen sollen Gewerbeflächen gemeinsam anbieten. Die FDP wirbt für mehrstöckiges Bauen bei Wohn- und Gewerbebauten und will die Mehrfachnutzung von Flächen vorantreiben. Denkmalschutzauflagen für Häuser und Hofreiten in Ortslagen sollen gelockert werden. Förderprogramme und finanzielle Anreize für Eigentümer und Kommunen sollen dies unterstützen, ebenso Anreize, Ausgleichsmaßnahmen direkt am Bauobjekt umzusetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 92)
„Wir fordern eine langfristige Planung für eine Flächenkreislaufwirtschaft, die den Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche bis zum Jahr 2050 entsprechend dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung auf „Netto-Null“ reduziert.“
Seite 92 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Bauvorschriften abbauen, Genehmigungen befristen

Die FDP will den Wohnungsbau durch weniger Vorschriften und schnellere Verfahren ankurbeln. Für Baugenehmigungen sollen verbindliche Fristen gelten; läuft eine Frist ab, gilt der Antrag als genehmigt.

Die FDP will, dass schneller gebaut wird. Ämter sollen über Bau-Anträge in festen Fristen entscheiden. Schaffen sie das nicht, gilt der Antrag als erlaubt. Für den Ausbau vom Dach soll man keine Genehmigung mehr brauchen. Bau-Anträge sollen digital möglich sein.

Unterlagen sollen binnen einer Woche auf Vollständigkeit geprüft werden, vereinfachte Verfahren binnen eines Monats und Normalverfahren binnen zwei Monaten entschieden sein. Ein Masterplan Wohnungsbau soll die Einzelmaßnahmen bündeln; Aufstockungen und Dachgeschossausbau für Wohnzwecke sollen nach bayerischem Vorbild genehmigungsfrei werden. Die Kommunen sollen ein einheitliches digitales System für Bauanträge erhalten, der Bausektor soll insgesamt digitaler planen. Milieuschutzsatzungen, ein pauschales Verbot von Ferienwohnungen, aus Sicht der FDP übertriebene Vorgaben der Bauordnung und eine Beteiligung von Bauherren an ÖPNV-Erschließungskosten lehnt die Partei ab.

Originalzitat anzeigen (Seite 104)
„Werden diese Fristen überschritten, sollen die eingereichten Anträge als genehmigt gelten.“
Seite 104 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Bauauflagen sollen abgebaut und Genehmigungen durch Fristen mit automatischer Zustimmung beschleunigt werden, was die Regulierung verringert.

Mietpreisbremse und Umwandlungsverbot abschaffen

Die FDP will die Mietpreisbremse und das 2022 eingeführte Verbot, Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umzuwandeln, abschaffen. Die Kündigungssperrfrist nach einer Umwandlung soll von acht auf fünf Jahre sinken. Die Partei begründet das damit, dass diese Regeln Investitionen und Eigentumsbildung hemmen.

Die FDP will die Mietpreis-Bremse abschaffen. Diese Regel begrenzt die Miete bei neuen Verträgen. Die FDP sagt: Die Regel verhindert neue Wohnungen. Miet-Wohnungen sollen wieder zu Eigentums-Wohnungen werden dürfen. Der Schutz vor Kündigung danach soll fünf statt acht Jahre dauern.

Nach Darstellung des Programms stellen Privatpersonen rund zwei Drittel der Mietwohnungen bereit; für sie sei die Rentabilität derzeit fraglich. Ziehen sie sich zurück, werde das Angebot knapper. Das Umwandlungsverbot schränke die Bildung von Wohneigentum ein, da vier von fünf Käufern im Bestand kaufen. Die verlängerte Kündigungssperrfrist gilt in den 49 hessischen Kommunen mit Mietpreisbremse und soll auf fünf Jahre zurückgeführt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 103)
„Wir fordern die Abschaffung der sogenannten Mietpreisbremse.“
Seite 103 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Markt

    Zwei bestehende Eingriffe in den Wohnungsmarkt sollen ganz entfallen und der Kündigungsschutz um mehr als ein Viertel verkürzt werden.

Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer einführen

Wer zum ersten Mal eine Wohnimmobilie zur eigenen Nutzung kauft, soll nach dem Willen der FDP bei der Grunderwerbsteuer einmalig entlastet werden: Bis zu 500.000 Euro sollen als Freibetrag steuerfrei bleiben. Auch die Landesprogramme zur Förderung von Wohneigentum sollen neu ausgerichtet werden, damit mehr Menschen Eigentum bilden können.

Wer ein Haus kauft, zahlt eine Steuer. Die FDP will diese Steuer beim ersten eigenen Zuhause senken. Bis 500.000 Euro soll man keine Steuer zahlen. Das gilt nur, wenn man selbst darin wohnt. Auch die Förder-Programme vom Land sollen besser werden.

Der Freibetrag soll für natürliche Personen gelten und ist als erster Schritt gedacht. Das Programm sieht Wohneigentum als Altersvorsorge, weil im Alter keine Miete anfällt. Die bisherigen hessischen Förderprogramme seien wegen unrealistischer Anforderungen kaum genutzt worden. Die Programme der WI-Bank sollen digitalisiert und neu ausgerichtet werden; im ländlichen Raum gilt die Eigentumsförderung dem Programm als wichtigstes Instrument.

Originalzitat anzeigen (Seite 104)
„Wir wollen daher in einem ersten Schritt bei der Grunderwerbsteuer einen einmaligen Freibetrag von bis zu 500.000 Euro für die erste Immobilie der Bemessungsgrundlage für natürliche Personen einführen.“
Seite 104 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Markt

    Ein neuer Freibetrag von bis zu 500.000 Euro würde die Grunderwerbsteuer für viele Erstkäufer ganz oder weitgehend entfallen lassen.

Grundsteuer C und Fehlbelegungsabgabe abschaffen

Die FDP will die Grundsteuer C auf baureife Grundstücke streichen, bevor sie 2025 erstmals erhoben werden kann. Auch die Fehlbelegungsabgabe für Mieter von Sozialwohnungen mit gestiegenem Einkommen soll entfallen; die Grundsteuer insgesamt soll 2027 überprüft werden.

Kommunen dürfen ab 2025 eine Extra-Steuer auf unbebautes Bauland nehmen. Die FDP will diese Steuer vorher abschaffen. Auch eine Abgabe in Sozial-Wohnungen soll wegfallen. Die zahlen Mieter, die inzwischen etwas mehr verdienen. Die FDP findet die Abgabe ungerecht.

Die Grundsteuer C wurde den Kommunen mit dem Hessischen Grundsteuergesetz als Möglichkeit eingeräumt. Die Struktur der Grundsteuer soll im Zuge der vorgesehenen Evaluation zwei Jahre nach der ersten Anwendung grundsätzlich geprüft werden. Die Fehlbelegungsabgabe trifft nach Darstellung des Programms Geringverdiener, die nur knapp über den Einkommensgrenzen liegen. Zudem verursache sie bei den Kommunen erheblichen Verwaltungsaufwand und sei ein hessischer Alleingang.

Originalzitat anzeigen (Seite 104)
„Wir wollen diese Baulandsteuer noch vor ihrer ersten Anwendung im Jahr 2025 wieder abschaffen.“
Seite 104 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Markt

    Eine gesetzlich vorgesehene Steuer und eine bestehende Abgabe sollen ersatzlos gestrichen werden.

Mehr Bauland durch Anreize für Kommunen

Die FDP will die Baulandoffensive des Landes überprüfen und wirksamer machen, weil sie fehlendes Bauland als eine Ursache für Wohnungsnot und steigende Mieten sieht. Der Kommunale Finanzausgleich soll Kommunen belohnen, die Flächen für Wohnungen ausweisen.

Die FDP sagt: Es fehlt Bauland. Darum sind Wohnungen knapp und teuer. Das Land soll den Kommunen mehr helfen, Bauland zu schaffen. Kommunen sollen mehr Geld bekommen, wenn sie Flächen für Wohnungen freigeben. Auch Bau-Lücken sollen geschlossen werden.

Die Baulandoffensive soll evaluiert und effizienter gestaltet werden. Hürden bei der Ausweisung sollen fallen, an geeigneten Stellen soll nachverdichtet und Baulücken sollen geschlossen werden. Der Kommunale Finanzausgleich soll so geändert werden, dass sich das Ausweisen von Wohnbauflächen finanziell lohnt. Die Stelle des Wohnungsbaubeauftragten soll wieder besetzt werden. Außerdem setzt sich die FDP für eine Internationale Bauausstellung ein, die Frankfurt-Rhein-Main zur „Smart-Region“ weiterentwickeln soll.

Originalzitat anzeigen (Seite 104)
„Ziel wird es sein, die Kommunen konkreter bei der Ausweisung von neuem Bauland zu unterstützen“
Seite 104 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Die Wohnungsknappheit soll über ein größeres Angebot und finanzielle Anreize statt über Markteingriffe angegangen werden.

Denkmalschutz für Umbauten lockern

Die FDP will den Denkmalschutz in Hessen reformieren, damit Modernisierungen in geschützten Gebäuden leichter werden. Die Vorgaben sollen möglichst gering ausfallen, damit ihre Kosten den Bau von Wohnraum nicht hemmen.

Manche alten Häuser stehen unter Denkmal-Schutz. Umbauten sind dort schwer und teuer. Die FDP will die Regeln dafür lockern. So sollen dort mehr Wohnungen entstehen. Bei verfallenden Häusern soll der Schutz leichter enden können.

Ziel der Reform ist es, Umbauten zur Modernisierung in denkmalgeschützten Häusern zu erleichtern. Das Landesamt für Denkmalpflege soll eine grundlegende Struktur- und Satzungsreform erhalten. Bei baufälligen Gebäuden, in die lange nicht investiert wurde, soll der Schutzstatus leichter aufgehoben werden können.

Originalzitat anzeigen (Seite 105)
„Hohe Kosten für Denkmalschutzvorgaben dürfen nicht länger Investitionshemmnis sein, wenn Wohnraum geschaffen werden soll.“
Seite 105 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Auflagen des Denkmalschutzes sollen verringert werden, um Investitionen in Wohnraum zu erleichtern.

Baugenehmigungen vollständig digitalisieren

Die FDP will Planung und Genehmigung von Bauvorhaben komplett digital abwickeln, damit der Wohnungsbau nicht durch Bürokratie gebremst wird. Bei öffentlich geförderten Bauprojekten sollen Glasfaser und Mobilfunkmasten zur Pflicht werden, wo es passt.

Die FDP will Bau-Anträge digital machen. Statt Papier-Plänen reicht man digitale Modelle vom Gebäude ein. So sollen Wohnungen schneller gebaut werden. Bei Bauten mit staatlichem Geld soll schnelles Internet mit eingebaut werden.

Grundlage ist das Building Information Modelling (BIM), also digitale Gebäudemodelle, ergänzt um eine digitale Bauakte und ein digitalisiertes Kataster. Kleine und mittlere Betriebe sollen über die regionalen Innovations- und Gründungszentren das nötige Wissen erhalten. Der Einbau von Glasfaser und Mobilfunkmasten wird bei geförderten Bau- und Sanierungsvorhaben verpflichtend, sofern das geeignet, zweckmäßig und mit dem Denkmalschutz verträglich ist. Eine Kampagne mit den Netzbetreibern soll Mieter und Eigentümer für Anschlüsse im Zuge von Straßenbauarbeiten gewinnen.

Originalzitat anzeigen (Seite 116)
„Darauf basierend sollen Antragstellende künftig standardmäßig Gebäudeinformationsmodelle statt Planunterlagen in einem digitalen System einreichen.“
Seite 116 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Digitale Genehmigungsverfahren sollen bürokratische Hürden beim Bauen abbauen, was in Richtung weniger Regulierungsaufwand geht.

Was sagen die anderen Parteien zum Wohnen?

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