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FDP zu Arbeit und Sozialem

Aus dem Programm „Feuer und Flamme für Hessen. Programm zur Landtagswahl 2023“

Landtagswahl Hessen 2023, 8. Oktober 2023Original-PDF, 120 SeitenAnalyse vom 3. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Arbeit und Soziales

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschaftausgewogen (+0,3), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 2 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 4 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 2 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

  • Migrationeher offen (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 1 eher offen, 0 ausgewogen, 0 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Erzieherberuf attraktiver machen

Die FDP will dem Fachkräftemangel in Kitas mit bezahlter Ausbildung, mehr dualer Ausbildung und höheren Einstiegsgehältern begegnen. So sollen auch mehr Männer den Beruf ergreifen.

In Kitas fehlen Fachkräfte. Die FDP will, dass alle in der Ausbildung Geld bekommen. Das erste Gehalt soll höher sein. So sollen mehr Menschen den Beruf wählen, auch mehr Männer.

Die Ausbildungsvergütung soll überall gelten. Lehrpläne und Ausbildungsgänge sollen regelmäßig überprüft werden, damit sie dem Stand der Fachwissenschaft entsprechen. Aufstiegswege über ein Studium neben dem Beruf und über Weiterbildungen sollen ausgebaut werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 6)
„fordern wir eine flächendeckende Ausbildungsvergütung, die Stärkung der dualen Ausbildung sowie eine Erhöhung des Einstiegsgehalts“
Seite 6 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Höhere Einstiegsgehälter und eine flächendeckende Ausbildungsvergütung bedeuten mehr Ausgaben im öffentlich finanzierten Bereich.

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Männer für einen traditionell von Frauen ausgeübten Beruf zu gewinnen, verschiebt Rollenbilder leicht in Richtung Gleichstellung.

Verbindliche Schlichtung bei Streiks im Luftverkehr

Die FDP will für Streiks im Luftverkehr verbindliche Schlichtungsverfahren einführen. Sie begründet das damit, dass Arbeitskämpfe kleiner Gruppen große Teile des Flugverkehrs lahmlegen können. Das Streikrecht soll grundsätzlich bestehen bleiben.

Manchmal streiken kleine Gruppen am Flughafen. Dann fallen viele Flüge aus. Die FDP will dafür feste Regeln. Beide Seiten sollen zuerst mit einem Vermittler verhandeln müssen. Das Recht zu streiken soll bleiben.

Nach dem Programm soll eine gütliche Einigung zwischen den Tarifparteien im Mittelpunkt stehen. Dazu soll ein Schlichtungsverfahren verpflichtend werden. Die FDP verweist auf die Folgen von Arbeitskämpfen einzelner kleiner Berufsgruppen für den gesamten Luftverkehr. Das Streikrecht selbst bleibe davon grundsätzlich unberührt.

Originalzitat anzeigen (Seite 26)
„Bei Streiks wollen wir für verbindliche Spielregeln sorgen.“
Seite 26 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Eine Pflicht zur Schlichtung schränkt den Spielraum der Gewerkschaften im Arbeitskampf schrittweise zugunsten der betroffenen Unternehmen ein.

Selbstbestimmtes Wohnen und Teilhabe im Alter fördern

Die FDP will neue Wohnformen für ältere Menschen wie Wohngruppen, Mehrgenerationenwohnen und Genossenschaften fördern und dafür eine öffentliche Regelfinanzierung schaffen. Senioren sollen sich zudem leichter ehrenamtlich und politisch einbringen können.

Ältere Menschen sollen lange selbstbestimmt wohnen können. Die FDP will dafür neue Wohnformen fördern, zum Beispiel Wohn-Gruppen. Das Land soll bei Planung und Bau mit Geld helfen. Senioren sollen auch mehr mitmachen können, im Ehrenamt und in der Politik.

Das Land soll Wohngruppen und ambulant betreute Pflegewohngruppen mit einer Anschubfinanzierung fördern, die die Planungskosten ganz oder weitgehend deckt, und für den Bau günstige Darlehen geben. Kommunen sollen einen Festbetrag für die Beratung bei der Konzeption erhalten. Barrieren in Wohnungen sollen abgebaut und technische Hilfen zur Sicherheit nutzbar werden. Die Altersgrenze beim Freiwilligen Sozialen Jahr soll fallen. Die FDP will prüfen, Seniorenbeiräte in der Hessischen Gemeindeordnung zu verankern, und eine Richtlinie mit Mindestkriterien für sie erarbeiten.

Originalzitat anzeigen (Seite 80)
„Wir werden neue Wohnformen im Alter unterstützen und fördern.“
Seite 80 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Eine öffentliche Regelfinanzierung, Anschubmittel und günstige Darlehen des Landes erweitern die staatliche Förderung.

Duale Ausbildung stärken, Ausbildungsplatzabgabe ablehnen

Die FDP will Betriebe unterstützen, die sich zu Ausbildungsverbünden zusammenschließen, und lehnt eine Ausbildungsplatzabgabe ab, weil diese aus ihrer Sicht nur den Mittelstand belastet. Für junge Geflüchtete sollen die InteA-Klassen bis zum Eintrittsalter von 25 Jahren offenstehen.

Die FDP will die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule stärken. Kleine Betriebe sollen gemeinsam ausbilden können. Eine Abgabe für Betriebe ohne Lehrlinge lehnt die FDP ab. Junge Geflüchtete sollen länger in besondere Klassen gehen dürfen. Dort lernen sie Deutsch und machen einen Abschluss.

Bei Ausbildungsverbünden soll das Land vor allem als Koordinator die Initiative ergreifen. Bestehende Angebote zur Weiterqualifizierung sollen bleiben und je nach Bedarf wachsen. Die InteA-Klassen (Integration und Abschluss) sollen für Eintretende bis 25 Jahre geöffnet werden. Die FDP will außerdem die EIBE- und Schub-Klassen weiterentwickeln und Produktionsschulen unterstützen, damit jeder junge Mensch eine Chance auf Ausbildung und Arbeit im ersten Arbeitsmarkt hat.

Originalzitat anzeigen (Seite 81)
„Eine Ausbildungsplatzabgabe lehnen wir entschieden ab. Sie schafft keinen Ausbildungsplatz mehr, sondern belastet nur zusätzlich die mittelständische Wirtschaft.“
Seite 81 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Die FDP verteidigt den heutigen Stand ohne Abgabe gegen die diskutierte Einführung einer neuen Belastung für Betriebe.

  • Migrationeher offen

    Die Öffnung der InteA-Klassen bis 25 Jahre erweitert Bildungs- und Integrationsangebote für junge Geflüchtete.

Arbeitszeit flexibilisieren, Homeoffice und Urlaub aushandeln

Die FDP will das Arbeitszeitgesetz lockern, damit Beschäftigte ihren Arbeitstag für Familienzeiten unterbrechen können. Homeoffice soll über Tarifverträge zur Normalität werden, und zusätzliche Urlaubstage sollen frei mit dem Arbeitgeber verhandelbar sein.

Die FDP will flexiblere Regeln für die Arbeitszeit. Eltern sollen die Arbeit am Tag für die Familie unterbrechen können. Arbeit von zu Hause soll normal werden. Beschäftigte sollen mehr Urlaubstage mit dem Chef aushandeln dürfen.

Die FDP spricht sich für eine Vergütung nach Leistung statt nach Anwesenheit aus und für flexible Arbeitszeitmodelle. Die Möglichkeit, teilweise von zu Hause zu arbeiten, sollen die Tarifparteien in Rahmentarifverträgen festschreiben, für große wie kleine Unternehmen. Urlaubstage über den gesetzlichen oder tariflichen Anspruch hinaus sollen alle Beschäftigten frei vereinbaren können. Das soll Eltern die Betreuung ihrer Kinder in den Schulferien erleichtern.

Originalzitat anzeigen (Seite 81)
„Wir setzen uns für die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes mit dem Ziel ein, dass die Arbeitszeit im Verlauf eines Arbeitstages für Familienzeiten unterbrochen werden kann.“
Seite 81 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Eine Lockerung des Arbeitszeitgesetzes und frei verhandelbare Urlaubstage verringern Regulierung und setzen auf individuelle Vereinbarungen.

Selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderung ausbauen

Die FDP will Menschen mit Behinderung möglichst viel Selbstständigkeit ermöglichen und setzt dafür auf individuelle Lösungen wie das persönliche Budget, das landesweit angeboten werden soll. Barrierefreiheit soll ausgebaut werden, und Taubblinde sollen ein höheres Blindengeld erhalten.

Menschen mit Behinderung sollen möglichst selbstständig leben können. Sie sollen selbst wählen, welche Hilfe sie bekommen. Dafür gibt es das persönliche Budget. Die FDP will mehr Barriere-Freiheit. Taubblinde Menschen sollen mehr Geld bekommen.

Beim persönlichen Budget können Leistungen als Geld oder Sachleistung abgerufen werden; bei Menschen mit geistiger Behinderung sollen die Kosten für einen nötigen Betreuer das Budget nicht schmälern. Die FDP unterstützt integrative Konzepte in Kitas, Schulen und Freizeiteinrichtungen, will aber bei Bedarf weiterhin besonders qualifizierte Einrichtungen für Kinder mit Behinderung ermöglichen. Für die Teilhabe am Arbeitsleben nennt das Programm berufliche Förderung, Reha-Infrastruktur, mehr spezielle Beschäftigungsgesellschaften, besser qualifizierte Integrationsfachdienste und den Erhalt der Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke. Beim betreuten Wohnen sollen Betroffene und ihre Angehörigen mitreden.

Originalzitat anzeigen (Seite 86)
„Wir wollen deshalb diese Verfahren möglichst flächendeckend umsetzen und alle Rehabilitationsträger beteiligen.“
Seite 86 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Selbstbestimmung, Barrierefreiheit und Teilhabe für Menschen mit Behinderung verschieben den heutigen Stand schrittweise in Richtung Gleichstellung.

Landeswohlfahrtsverband als Träger der Eingliederungshilfe erhalten

Die FDP will, dass der Landeswohlfahrtsverband (LWV) alleiniger überregionaler Träger der Eingliederungshilfe in Hessen ist. Nur er sichere aus ihrer Sicht landesweit vergleichbare Qualität und Kontrolle; seine Förderschulen sollen erhalten und weiterentwickelt werden.

Der Landes-Wohlfahrts-Verband hilft Menschen mit Behinderung in Hessen. Die FDP will, dass er diese Aufgabe allein für das ganze Land behält. So soll die Hilfe überall gleich gut sein. Seine Förder-Schulen sollen bleiben.

Der LWV soll diese Rolle auch während und nach der landesweiten Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes behalten. Die Zusammenarbeit mit den Kommunen und ihren Spitzenverbänden soll enger werden, damit Betroffene überall in Hessen gleiche Chancen haben und die Lasten fair verteilt bleiben. Die Förderschulen des LWV sollen zu Orten gemeinsamen Lernens werden, statt aufgelöst zu werden. Wo nötig, sollen sie baulich an aktuelle Anforderungen angepasst werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 86)
„Wir sprechen uns daher für den LWV als ausschließlichen überregionalen Träger der Eingliederungshilfe nach dem Lebensabschnittsmodell aus.“
Seite 86 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Arbeitszeit flexibilisieren, Homeoffice-Regeln vereinfachen

Die FDP will Arbeitszeitmodelle flexibler regeln und über den Bundesrat die Arbeitsschutzvorgaben für Homeoffice-Plätze vereinfachen. Das soll Pendelverkehr verringern und den Druck mindern, vom Land in die Ballungsräume zu ziehen.

Die FDP will freiere Regeln für die Arbeitszeit. Für die Arbeit zu Hause soll es weniger Vorschriften geben. Dafür will sich Hessen im Bundesrat einsetzen. Dann müssen weniger Menschen pendeln. Und mehr Menschen können auf dem Land wohnen bleiben.

Das Programm spricht sich für projektorientiertes Arbeiten anstelle starrer Zeiterfassung aus. Da Arbeitsschutz Bundesrecht ist, soll Hessen eine Initiative im Bundesrat starten. Die FDP erwartet davon weniger Abwanderung aus ländlichen Regionen, weniger Verkehr auf den Straßen und eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben. Das Vorhaben wird ausdrücklich als Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz eingeordnet.

Originalzitat anzeigen (Seite 93)
„Wir setzen uns für eine Bundesratsoffensive ein, den Arbeitsschutz für Home-Office-Arbeitsplätze zu entbürokratisieren.“
Seite 93 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Arbeitszeit- und Arbeitsschutzregeln sollen gelockert werden, was Regulierung für Arbeitgeber und Beschäftigte schrittweise abbaut.

Recht auf mobiles Arbeiten im Landesdienst

Die FDP will Beschäftigten des Landes einen Rechtsanspruch auf mobiles Arbeiten geben. Dazu sollen neue Bürokonzepte kommen, damit das Land als Arbeitgeber attraktiv bleibt.

Wer für das Land Hessen arbeitet, soll auch von unterwegs arbeiten dürfen. Die FDP will dafür ein festes Recht. Die Büros sollen offener und flexibler werden. So soll das Land ein guter Arbeitgeber bleiben.

Vorgesehen sind offene Büros, flexible Arbeitsplätze und eine Mischung aus Einzel- und Gemeinschaftsplätzen. Die FDP verweist darauf, dass sich durch mobiles Arbeiten der Platzbedarf ändert. Die Bundesländer sollen dabei enger zusammenarbeiten, damit nicht jedes Land eine eigene Lösung entwickelt.

Originalzitat anzeigen (Seite 114)
„Wir fordern einen Rechtsanspruch auf mobiles Arbeiten für Beschäftigte in der Landesverwaltung.“
Seite 114 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

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