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BSW zu Arbeit und Sozialem

Aus dem Programm „Sachsen-Anhalt bleibt anders. Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026“

Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026, 6. September 2026Original-PDF, 90 SeitenAnalyse vom 4. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Arbeit und Soziales

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1,3), aus 6 Punkten

    Punkte je Stufe: 2 deutlich mehr Staat, 4 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 1 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 0 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher progressiv (-1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 1 eher progressiv, 0 ausgewogen, 0 eher konservativ, 0 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Löhne automatisch an die Inflation anpassen

Das BSW will verhindern, dass steigende Preise die Reallöhne schleichend sinken lassen. Löhne sollen durch eine automatische Anpassung an die Inflation geschützt werden; die Landesregierung soll sich dafür im Bund einsetzen.

Wenn die Preise steigen, ist der Lohn weniger wert. Das BSW will das verhindern. Die Löhne sollen automatisch mit den Preisen steigen. Das Land soll sich dafür beim Bund einsetzen.

Als Ziel nennt das Programm, Reallöhne über eine automatische Inflationsanpassung zu schützen und so die Kaufkraft zu erhalten. Zuständig wäre der Bund: Die Landesregierung soll dort auf passende gesetzliche Regelungen hinwirken. Das Programm ordnet die Forderung in einen Wandel der Arbeitswelt ein, der durch Automatisierung, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Dekarbonisierung geprägt sei.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„Das BSW setzt sich dafür ein, dass Reallohnverluste vermieden und die Kaufkraft gesichert wird.“
Seite 22 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine gesetzliche automatische Anpassung der Löhne an die Inflation gibt es heute nicht; sie wäre ein neuer staatlicher Eingriff in die Lohnfindung.

Tarifbindung und Mitbestimmung stärken

Das BSW will öffentliche Aufträge und Fördergelder ausschließlich an Unternehmen mit Tarifbindung vergeben. Betriebsräte und Gewerkschaften sollen bei wichtigen Entscheidungen beteiligt werden, und das Streikrecht soll unangetastet bleiben.

Das BSW will, dass der Staat nur Firmen mit Tarif-Vertrag beauftragt. Auch Förder-Geld sollen nur solche Firmen bekommen. Betriebsräte sollen bei wichtigen Entscheidungen mitreden. Das Recht zu streiken soll bleiben, wie es ist.

Tarifbindung gilt dem Programm als zentrales Mittel für soziale Gerechtigkeit und fairen Wettbewerb. Betriebsräte und Gewerkschaften sollen bei Entscheidungen über Investitionen, Standorte und den Umbau von Betrieben einbezogen werden. Wer Mitbestimmung behindert, soll konsequent bestraft werden. Zusätzlich will das Programm Kinderbetreuung als Standortvorteil vor Kürzungen schützen und bezahlbare Angebote für pflegende Angehörige sichern, damit Beruf und Pflege vereinbar sind.

Originalzitat anzeigen (Seite 22)
„Öffentliche Aufträge und Fördermittel dürfen nur an tarifgebundene Unternehmen vergeben werden.“
Seite 22 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Bindung von Aufträgen und Fördergeld an Tarifverträge und strengere Sanktionen bei behinderter Mitbestimmung verschärfen die Regulierung zugunsten der Beschäftigten.

Mindestlohn auf 15 Euro anheben, Tariftreue vorschreiben

Das BSW fordert einen gesetzlichen Mindestlohn von 15 Euro je Stunde ohne Ausnahmen. Unternehmen, die Landesförderung erhalten oder öffentliche Aufträge ausführen, sollen mindestens Tariflohn zahlen müssen.

Der Mindest-Lohn soll auf 15 Euro pro Stunde steigen. Es soll keine Ausnahmen geben. Firmen mit Aufträgen vom Staat sollen Tarif-Lohn zahlen. Frauen und Männer sollen für gleiche Arbeit gleich viel verdienen.

Mit dem höheren Mindestlohn will das BSW erreichen, dass Sachsen-Anhalt nicht länger als Niedriglohnland gilt. Bestehende Sonderregelungen sollen wegfallen. Frauen sollen für gleiche Arbeit dasselbe verdienen wie Männer. Tariftreue soll Bedingung für öffentliche Fördermittel und Aufträge sein. Das Programm begründet dies damit, dass Vollzeitarbeit zum Leben reichen müsse und Niedriglöhne strukturschwache Regionen wirtschaftlich gefährdeten.

Originalzitat anzeigen (Seite 35)
„Um den Status eines Niedriglohnlandes zu beenden, fordern wir einen gesetzlichen Mindestlohn von 15,00 Euro pro Stunde.“
Seite 35 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein Mindestlohn von 15 Euro liegt weniger als ein Viertel über dem geltenden Wert; zusammen mit der Tariftreuepflicht verstärkt das die Regulierung des Arbeitsmarkts schrittweise.

Bürgerversicherung für Rente, Pflege und Gesundheit

Das BSW will eine einheitliche Renten-, Pflege- und Krankenversicherung, in die sämtliche Bürger Beiträge zahlen. Die Landesregierung soll sich dafür beim Bund einsetzen.

Alle Menschen sollen in dieselbe Versicherung einzahlen. Das gilt für Rente, Pflege und Krankheit. Man nennt das Bürger-Versicherung. Das Land soll sich beim Bund dafür stark machen.

Die solidarische Bürgerversicherung soll nach Darstellung des Programms Altersarmut bekämpfen, Pflege bezahlbar halten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Das BSW sieht soziale Sicherheit als Bedingung für wirtschaftliche Stabilität und für die Bereitschaft, sich beruflich zu verändern. Da die Entscheidung beim Bund liegt, soll Sachsen-Anhalt dort darauf drängen.

Originalzitat anzeigen (Seite 36)
„Das BSW tritt für eine einheitliche Renten-, Pflege- und Krankenversicherung ein, in die alle einzahlen.“
Seite 36 im Original

Einordnung

  • Wirtschaftdeutlich mehr Staat

    Eine Einheitsversicherung für alle würde das heutige Nebeneinander von gesetzlichen, privaten und berufsständischen Systemen beenden und die Sozialversicherung grundlegend umbauen.

Teilhabe von Menschen mit Behinderungen stärken

Das BSW will das Behindertenteilhabegesetz in Sachsen-Anhalt konsequent umsetzen und dauerhaft mit Verbänden und Selbstvertretungen zusammenarbeiten. Betriebe sollen praktische Hilfe erhalten, um Menschen mit Behinderungen regulär zu beschäftigen.

Menschen mit Behinderungen sollen besser am Leben teilnehmen können. Sie sollen leichter normale Arbeit finden. Betriebe sollen dafür Beratung und Hilfe bekommen. Das Land soll fest mit Vereinen und Verbänden zusammenarbeiten. Ein Gesetz dazu soll voll umgesetzt werden.

Nach Ansicht des Programms ist das Gesetz im Land bisher nicht konsequent umgesetzt. Statt einzelner Projekte soll es eine verlässliche Zusammenarbeit mit Vereinen, Verbänden und Selbstvertretungen geben. Unternehmen sollen sich nicht über Ausgleichszahlungen entziehen, sondern Beratung und Begleitung erhalten, etwa bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen, der Wohnungssuche oder der Kinderbetreuung. Sozialhilfeträger und Kommunen sollen dabei aktiv mitwirken und die Betriebe entlasten.

Originalzitat anzeigen (Seite 58)
„Betriebe müssen stärker dabei unterstützt werden, Menschen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.“
Seite 58 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher progressiv

    Mehr Unterstützung für Inklusion und selbstbestimmtes Leben baut die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen schrittweise aus.

Schlichtungsstelle zur Entlastung der Sozialgerichte prüfen

Das BSW will die stark ausgelasteten Sozialgerichte entlasten und Verfahren verkürzen. Dazu soll geprüft werden, ob eine Schlichtungsstelle Streitfälle vor einem Gerichtsverfahren klären kann.

Die Sozialgerichte haben sehr viele Fälle. Das BSW will sie entlasten. Eine Schlichtungs-Stelle könnte Streit vor dem Gericht klären. Das soll erst geprüft und getestet werden.

Das Programm verweist auf viele Streitigkeiten um Grundsicherung, Renten, Pflege und andere Sozialleistungen, die zu langen Verfahren führen. Eine Schlichtungsstelle soll Konflikte früh und außergerichtlich lösen und Abläufe für Bürger schneller und durchschaubarer machen. Die Teilnahme soll freiwillig sein und die Einführung eng mit den Sozialgerichten abgestimmt werden. Ein Pilotmodell soll zeigen, ob die Gerichte tatsächlich entlastet werden und der Rechtsschutz besser wird.

Originalzitat anzeigen (Seite 72)
„Um die Situation zu verbessern, könnte die Einrichtung einer vorgeschalteten sozialrechtlichen Schlichtungsstelle geprüft werden.“
Seite 72 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Zugang zu Sozialleistungen erleichtern

Das BSW will, dass Menschen schneller und mit weniger Bürokratie an Sozialleistungen kommen. Sozialbehörden sollen mehr Personal erhalten und verbindlich zusammenarbeiten. Das Programm begründet dies mit monatelangen Wartezeiten, vor allem bei der Hilfe zur Pflege.

Viele Menschen brauchen Geld vom Staat. Oft warten sie viele Monate auf eine Antwort vom Amt. Das BSW will, dass es schneller geht. Die Ämter sollen mehr Personal bekommen. Sie sollen auch besser zusammenarbeiten.

Das Programm beschreibt lange Bearbeitungszeiten, gekürzte Sprech- und Telefonzeiten und Personalmangel in den Sozialbehörden. Besonders betroffen seien ältere Menschen mit kleinen Renten, die Grundsicherung, Wohngeld oder Hilfe zur Pflege benötigen. Jobcenter, Sozialämter, Jugendämter und Wohngeldstellen sollen verbindliche Kooperationsvereinbarungen schließen, die Zuständigkeiten, Abläufe und Informationsaustausch regeln. Das soll Doppelverfahren vermeiden und den Aufwand der Kommunen senken. Als Ziele nennt das BSW außerdem den Kampf gegen Alters- und Kinderarmut.

Originalzitat anzeigen (Seite 77)
„Das BSW setzt sich daher für eine Verbesserung des Zugangs zu Sozialleistungen sowie eine echte Entbürokratisierung auch auf Landesebene ein.“
Seite 77 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Mehr Personal in Sozialbehörden und leichterer Zugang zu Leistungen bauen öffentliche Leistungen schrittweise aus.

Überörtlichen Sozialhilfeträger als Pilotprojekt schaffen

Das BSW fordert ein Pilotprojekt für einen überörtlichen Träger der Sozialhilfe, der einheitlicher und schneller entscheiden soll. Dazu soll ein digitales Werkzeug zur Vergabe von Heim- und Pflegeplätzen kommen. Vor Ort sollen Pflegeämter und unabhängige Beratungsstellen entstehen.

Das BSW will eine neue Stelle für Sozialhilfe testen. Diese Stelle soll für mehrere Orte zuständig sein. So sollen Anträge schneller und einheitlich entschieden werden. Ein Programm im Internet soll bei der Suche nach Heimplätzen helfen. Vor Ort soll es Beratung und Pflege-Ämter geben.

Vorbild ist der Kommunale Sozialverband Sachsen. Die Landesregierung soll sich für einen solchen Träger einsetzen, um Bearbeitungszeiten zu verkürzen und Hilfen kurzfristig zu gewähren. Das Programm sieht Lücken bei Wohnungslosenhilfe, Eingliederungshilfe und Pflege und verlangt passende Wohnformen für Menschen mit Demenz. Der Ausbau soll zentral nach dem örtlichen Bedarf gesteuert werden. Das Vergabe-Tool soll Angehörige bei der Platzsuche unterstützen und auch häusliche Hilfen umfassen.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„Das BSW fordert ein Pilotprojekt zur Schaffung eines überörtlichen Sozialhilfeträgers und eines Tools für Wohnheimplätze in der Eingliederungshilfe und Pflegeheimplätze sowie für Hilfen im häuslichen Bereich.“
Seite 78 im Original

Einordnung

Dieser Punkt berührt keine der Achsen.

Unabhängige Sozialberatung und sparsame Datenerhebung

Das BSW will überall im Land unabhängige Sozialberatung anbieten und die Bearbeitung von Anträgen daran angebunden bündeln. Behörden sollen nur die Daten abfragen, die für die jeweilige Leistung nötig sind. Das Programm verweist darauf, dass viele Menschen mit den Anträgen überfordert seien.

Das BSW will Beratung zu Sozialleistungen in jeder Gegend. Die Beratung soll unabhängig sein. Ämter sollen weniger Formulare verlangen. Sie sollen nur nach nötigen Daten fragen. Viele Menschen schaffen die Anträge heute nicht allein.

Antragsteller sollen weiter Auskunft geben müssen, aber nur über Angaben, die für die Leistung tatsächlich gebraucht werden. Kritisch sieht das BSW unter anderem wiederholte Nachweise zum Wechselmodell bei Kindern, Bescheinigungen von Vermietern oder Mitbewohnern und mehrfache Identitätsnachweise. Gleiches gilt für ständige Verlängerungsanträge bei unveränderter Lage, etwa bei schwerbehinderten Menschen. Laut Programm erhalten junge Menschen wegen Überforderung teils früh eine rechtliche Betreuung, während der Beruf des Betreuers wegen pauschaler Bezahlung an Attraktivität verliere.

Originalzitat anzeigen (Seite 78)
„Das BSW setzt sich für eine flächendeckende unabhängige Sozialberatung vor Ort, eine hieran angebundene zentralisierte Antragsbearbeitung sowie eine Reduzierung der einzureichenden Formulare ein“
Seite 78 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Ein flächendeckendes öffentliches Beratungsangebot erweitert die sozialen Leistungen des Staates schrittweise.

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Bürgerrechte zuerst

    Behörden sollen weniger persönliche Daten erheben und speichern als heute, was dem Datenschutz Vorrang gibt.

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