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AfD zur Bildung

Aus dem Programm „Heimat ist wählbar! Wahlprogramm der AfD Saarland zur Landtagswahl 2022“

Landtagswahl Saarland 2022, 27. März 2022Original-PDF, 102 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Bildung

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat (-1), aus 3 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 3 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 0 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Gesellschafteher konservativ (+1,2), aus 5 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 0 ausgewogen, 4 eher konservativ, 1 deutlich konservativ

  • Migrationeher restriktiv (+1), aus 2 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 0 eher offen, 0 ausgewogen, 2 eher restriktiv, 0 deutlich restriktiv

  • Außenpolitikeher Abschreckung zuerst (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Diplomatie zuerst, 0 eher Diplomatie zuerst, 0 ausgewogen, 1 eher Abschreckung zuerst, 0 deutlich Abschreckung zuerst

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Berufliche Bildung stärken, Meisterausbildung kostenfrei machen

Die AfD will den Fachkräftemangel durch mehr berufliche Bildung statt durch Zuwanderung bekämpfen. Die Meisterausbildung soll nichts mehr kosten, und das Land soll die Weiterbildung von Arbeitnehmern fördern. Langfristig setzt die Partei auf Familienpolitik, um den Bedarf an Fachkräften im Inland zu decken.

Im Saarland fehlen Fachkräfte. Die AfD will deshalb die Berufs-Ausbildung stärken. Die Ausbildung zum Meister soll kostenlos sein. Zuwanderung hält die Partei nicht für die Lösung. Auf lange Sicht sollen mehr Kinder im Land den Bedarf decken.

Das Programm erwartet, dass der technische Wandel Berufe entstehen und verschwinden lässt, und sieht das Land in der Pflicht, die Qualifizierung zu fördern. Den Mangel in Ausbildungsberufen könne Zuwanderung, die das Programm als unqualifizierte Masseneinwanderung bezeichnet, nicht beheben. Stattdessen soll der Trend zum Studium zugunsten der Berufsausbildung zurückgehen. Auf Dauer soll eine aktivierende Familienpolitik den Bedarf aus der eigenen Bevölkerung decken.

Originalzitat anzeigen (Seite 28)
„Als wichtigen Beitrag dazu fordern wir die vollständige Kostenfreiheit der Meisterausbildung.“
Seite 28 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die öffentliche Hand soll die Kosten der Meisterausbildung vollständig übernehmen und Weiterbildung fördern, was öffentliche Leistungen ausbaut.

  • Migrationeher restriktiv

    Zuwanderung wird als Antwort auf den Fachkräftemangel abgelehnt und durch Ausbildung und Familienpolitik im Inland ersetzt.

Dreigliedriges Schulsystem mit Realschule einführen

Die AfD will die Gemeinschaftsschule in eine Realschule und eine Handwerks- und Gewerbeschule aufteilen. Zusammen mit dem Gymnasium entstünde so ein dreigliedriges System. Noten sollen die Leistung klar abbilden, und das Abitur soll anspruchsvoller werden.

Die AfD will drei Schul-Arten nach der Grundschule. Die Gemeinschafts-Schule soll geteilt werden. Dann gibt es die Realschule und eine Handwerks- und Gewerbe-Schule. Dazu kommt das Gymnasium. Noten sollen die Leistung ehrlich zeigen.

Die Handwerks- und Gewerbeschule (HGS) soll praxisnah mit vielen Praktika nach neun Jahren zur Berufsreife führen und so gegen den Fachkräftemangel helfen. Die Realschule soll nach zehn Jahren mit dem Sekundarabschluss I enden und den Weg zu weiterführenden Schulen öffnen; eine eigene Oberstufe hätte sie nicht mehr. Beide Schulformen bekämen verpflichtende Abschlussprüfungen. Das Gymnasium soll stärker auf das Studium vorbereiten, mit Schwerpunkt auf Fachwissen und wissenschaftlichem Arbeiten. Die Abschaffung der Hauptschule nennt das Programm einen Fehler, eine Rückkehr zu ihr sei aber nicht gemeint.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Wir wollen deshalb die Einrichtung eines neuen dreigliedrigen Schulsystems.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die Rückkehr zu einem gegliederten Schulsystem mit Realschule und strengerer Leistungsauslese knüpft an ein früheres, überliefertes Schulmodell an.

Eigene Deutschklassen vor dem Regelunterricht einrichten

Die AfD will Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse zunächst in eigenen Deutschklassen unterrichten. Am Regelunterricht soll nur teilnehmen, wer nachweislich gut Deutsch spricht und schreibt. Aus Sicht des Programms leidet sonst das Unterrichtsniveau für alle.

Manche Kinder können noch nicht gut Deutsch. Die AfD will für sie eigene Deutsch-Klassen. Erst mit gutem Deutsch sollen sie in die normale Klasse kommen. Die AfD sagt: Sonst lernen alle Kinder schlechter.

Das Programm kritisiert die Regelung, Kinder mit Migrationshintergrund sofort in den normalen Unterricht aufzunehmen. Nach Darstellung der AfD schadet das sowohl den Kindern mit Sprachdefiziten als auch den einheimischen Kindern. Für die Deutschklassen sollen Lehrkräfte mit der Qualifikation „Deutsch als Fremdsprache“ ausgebildet und bereitgestellt werden. Der Wechsel in den Regelunterricht setzt einen Nachweis guter Sprach- und Schreibkenntnisse voraus.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Wir fordern deshalb, eigene Deutschklassen für Schüler einzurichten, die die Unterrichtssprache nicht ausreichend beherrschen“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Migrationeher restriktiv

    Zugewanderte Kinder sollen statt sofortiger Einbindung erst nach einem Sprachnachweis in den Regelunterricht, was die Bedingungen der Integration verschärft.

Inklusion begrenzen und Förderschulen stärken

Die AfD lehnt ein ausnahmsloses gemeinsames Lernen aller Kinder ab und will verschiedene Formen der Inklusion zulassen, etwa getrennte Klassen in einem gemeinsamen Schulzentrum. Zugleich soll das Förderschulwesen gestärkt werden. Begründet wird das mit dem Wohl aller Schüler.

Die AfD will nicht, dass immer alle Kinder zusammen lernen müssen. Kinder mit und ohne Beeinträchtigung können auch in getrennten Klassen lernen. Das soll zum Beispiel im selben Schul-Zentrum möglich sein. Die Förder-Schulen sollen stärker werden.

Das Programm wirft der Landesregierung vor, Schulen zu gemeinsamem Unterricht in allen Fächern angewiesen zu haben, auch wenn Lehrkräfte dies für nachteilig hielten. Die AfD nennt das ideologisch motiviert. Bei Inklusionsmaßnahmen sollen die Sichtweisen von beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten Schülern, Eltern, Lehrern, Schulen und Steuerzahlern einfließen. Außerdem sollen Absolventen von Förderschulen bessere Voraussetzungen für den Berufseinstieg erhalten.

Originalzitat anzeigen (Seite 32)
„Vor diesem Hintergrund fordern wir, vielfältige Formen der Inklusion zu ermöglichen, zum Beispiel die Unterrichtung „unter einem Dach“, also in einem gemeinsamen Schulzentrum, aber in getrennten Klassen.“
Seite 32 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die gemeinsame Beschulung soll zugunsten getrennter Klassen und gestärkter Förderschulen zurückgenommen werden, was zum bewahrenden Pol passt.

Hochschulen besser finanzieren, zu Diplom und Magister zurückkehren

Die AfD will die saarländischen Hochschulen besser finanzieren und zugleich die Zahl der Studenten senken. Das Bachelor-Master-System hält sie für einen Fehler und will wieder an Diplom, Magister und Staatsexamen anknüpfen.

Die AfD will mehr Geld für die Hochschulen im Saarland. Es soll aber weniger Studenten geben. Die AfD lehnt Bachelor und Master ab. Sie will die alten Abschlüsse zurück, zum Beispiel das Diplom.

Mehr Geld soll in den Breitbandausbau, in zusätzliche Stellen im akademischen Mittelbau und in Spitzenforschung fließen, etwa zur Künstlichen Intelligenz. Befristete Verträge an Hochschulen sollen weiter zurückgedrängt werden. Sparen will die AfD über geringere Studentenzahlen, erreicht durch strengere Anforderungen an die Studierfähigkeit und bei Bedarf eigene Zugangsprüfungen der Hochschulen. Statt der europaweiten Angleichung durch den Bologna-Prozess fordert das Programm eine Rückbesinnung auf die Humboldtsche Bildungstradition.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Die grundlegende Änderung des bewährten deutschen Studiensystems durch die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen war ein Missgriff und muss in Richtung einer Wiederanknüpfung an die einst so angesehenen Abschlüsse Diplom, Magister und Staatsexamen berichtigt werden.“
Seite 34 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Die Hochschulen sollen mehr öffentliche Mittel und Stellen erhalten, teils gegenfinanziert durch weniger Studienplätze.

  • Gesellschafteher konservativ

    Das heutige Studiensystem soll in Richtung der früheren deutschen Abschlüsse und einer überlieferten Bildungstradition korrigiert werden.

Genderlehrstühle und Geschlechterquoten an Hochschulen beenden

Die AfD will Geschlechterquoten und Genderlehrstühle an Hochschulen abschaffen und eine aus ihrer Sicht einseitige Politisierung beenden. Die Mitgliedschaft in der Studierendenschaft soll gegebenenfalls freiwillig werden.

Die AfD will keine Lehrstühle für Gender-Forschung mehr. Auch Quoten für Frauen und Männer an Hochschulen sollen wegfallen. Die AfD sagt: Die Hochschulen sind zu einseitig politisch. Studenten sollen vielleicht selbst entscheiden, ob sie Mitglied der Studenten-Vertretung sind.

Als Probleme nennt das Programm außerdem, dass Deutsch in Wissenschaft und Lehre an Bedeutung verliere, sowie viel Bürokratie beim Einwerben von Drittmitteln. Die AfD wendet sich gegen den im neuen Hochschulgesetz geplanten weitgehenden Wegfall von Anwesenheitspflichten in Lehrveranstaltungen. Sie wirft studentischen Selbstverwaltungsorganen vor, für ideologische Zwecke missbraucht zu werden. Deshalb soll die bisher verpflichtende Mitgliedschaft in der Studierendenschaft notfalls im Hochschulgesetz durch eine freiwillige ersetzt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 34)
„Den verhängnisvollen Entwicklungen der Ideologisierung und einseitigen Politisierung unserer Hochschulen und der akademischen Diskurse muss ebenso ein Ende gesetzt werden wie Geschlechterquotierungen und Genderlehrstühlen.“
Seite 34 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Bestehende Geschlechterquoten und Genderlehrstühle sollen abgeschafft werden, was Gleichstellungsinstrumente zurücknimmt.

Schwimmbäder erhalten und Schwimmausbildung verpflichtend machen

Die AfD will verhindern, dass sanierungsbedürftige Schwimmbäder dauerhaft schließen. Alle Kinder sollen verpflichtend schwimmen lernen, und der Schwimmunterricht an Schulen soll tatsächlich stattfinden.

Viele Schwimmbäder im Saarland schließen, weil Geld für Reparaturen fehlt. Die AfD will diese Bäder erhalten. Alle Kinder sollen schwimmen lernen müssen. Schulen sollen wirklich Schwimm-Unterricht anbieten. Es soll mehr Becken zum Lernen geben und weniger Spaßbäder.

Das Programm beschreibt, dass viele Kommunen Bäder wegen hoher Sanierungskosten schließen und dadurch Lücken im Bädernetz entstehen. Nach Angaben der DLRG, auf die sich die AfD beruft, warten Kinder bis zu drei Jahre auf einen Platz im Schwimmkurs. Die Partei will endgültige Schließungen abwenden. Statt reiner Freizeitbäder soll es häufiger Becken für den Schwimmunterricht und für den Schwimmsport geben. Alle Kinder sollen verpflichtend schwimmen lernen.

Originalzitat anzeigen (Seite 49)
„Wir wollen deshalb die endgültige Schließung von renovierungsbedürftigen Bädern unbedingt verhindern.“
Seite 49 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Staat

    Der Erhalt sanierungsbedürftiger Bäder bedeutet mehr öffentliche Ausgaben für kommunale Infrastruktur.

Jugendoffiziere fest im Lehrplan verankern

Die AfD will Besuche von Jugendoffizieren der Bundeswehr in der Mittelstufe der weiterführenden Schulen im Lehrplan festschreiben. Dafür soll die Zahl der Jugendoffiziere steigen, weil die Bundeswehr seit dem Aussetzen der Wehrpflicht aus Sicht der Partei weniger bekannt ist.

Jugendoffiziere sind Soldaten, die an Schulen über die Bundeswehr informieren. Die AfD will ihre Besuche zur Pflicht im Lehrplan machen. Das soll für die Mittelstufe gelten. Dafür soll es mehr Jugendoffiziere geben. Bisher gibt es vier.

Laut Programm vermitteln Jugendoffiziere sachlich und verfassungsgemäß Wissen über die Bundeswehr als Parlamentsarmee, ihre Aufgaben und ihren Auftrag. Das geschieht über Gespräche, Vorträge, Seminare und Podiumsdiskussionen, auch in der Lehrerfortbildung. Die AfD argumentiert, seit dem Aussetzen der Wehrpflicht 2011 und dem Umbau zur Einsatzarmee sei das Wissen über die Streitkräfte in der Bevölkerung gesunken. Die bisher vier Offiziere sollen deshalb mehr werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„Ihre Besuche müssen deshalb im Bereich der Mittelstufe in den Lehrplan unserer weiterführenden Schulen aufgenommen werden.“
Seite 50 im Original

Einordnung

  • Außenpolitikeher Abschreckung zuerst

    Verpflichtende Schulbesuche und mehr Jugendoffiziere stärken die Stellung der Bundeswehr in der Gesellschaft schrittweise.

Schulfach Heimatkunde wieder einführen

Die AfD Saarland bekennt sich zu einer deutschen Leitkultur und will an allen Schulen des Landes wieder ein Fach „Heimatkunde“ einrichten. Damit soll die Verbundenheit mit der Heimat bei kommenden Generationen erhalten bleiben. Multikulturalismus und Globalismus lehnt die Partei ab.

Die AfD will das Schulfach Heimatkunde zurückbringen. Alle Schulen im Saarland sollen es anbieten. Kinder sollen so ihre Heimat kennen und mögen. Die AfD spricht von einer deutschen Leitkultur. Damit meint sie gemeinsame Werte und Traditionen in Deutschland.

Das Fach soll sich an früheren Standards orientieren und im ganzen Land unterrichtet werden. Die Leitkultur speist sich laut Programm aus drei Quellen: der christlichen Überlieferung, der wissenschaftlich-humanistischen Tradition und dem römisch-germanischen Recht. Die AfD betont Heimatliebe, Geschichts- und Nationalbewusstsein sowie regionale Interessen in föderalen Strukturen.

Originalzitat anzeigen (Seite 59)
„Um die Liebe und die Bindung zur Heimat auch in den nachfolgenden Generationen zu erhalten, fordern wir die flächendeckende Wiedereinführung eines an früheren Standards“
Seite 59 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Ein wieder eingeführtes Fach Heimatkunde und das Bekenntnis zur Leitkultur sollen Tradition und Heimatbindung in der Schule stärker verankern.

Was sagen die anderen Parteien zur Bildung?

Alle Programme im Saarland im Vergleich