Zum Inhalt springen
parteiprogramm

AfD zu Migration und Integration

Aus dem Programm „Wahlprogramm der Alternative für Deutschland für die Wahl zum 18. Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen“

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2022, 15. Mai 2022Original-PDF, 55 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Migration und Integration

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr Staat, 0 eher mehr Staat, 0 ausgewogen, 1 eher mehr Markt, 0 deutlich mehr Markt

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 1 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Europaeher weniger EU (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich mehr EU, 0 eher mehr EU, 0 ausgewogen, 1 eher weniger EU, 0 deutlich weniger EU

  • Migrationeher restriktiv (+1,4), aus 15 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich offen, 0 eher offen, 0 ausgewogen, 9 eher restriktiv, 6 deutlich restriktiv

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Zuwanderung und Asyl strikt trennen

Die AfD will Arbeitszuwanderung und Asyl wieder klar voneinander trennen und Zuwanderung am eigenen Bedarf ausrichten. Illegale Migration soll unterbunden werden, und alle Ausreisepflichtigen sollen das Land verlassen.

Die AfD will Asyl und Zuwanderung für Arbeit trennen. Deutschland soll selbst bestimmen, wer kommen darf. Wer ausreisen muss, soll auch ausreisen. Gut ausgebildete Zuwanderer sind willkommen.

Nach Ansicht der AfD haben andere Parteien den Unterschied zwischen Beschäftigungszuwanderung und Asyl absichtlich verwischt. Die Partei lehnt den „Spurwechsel“ ab, also den Wechsel abgelehnter Asylbewerber in einen Aufenthalt zur Arbeit, ebenso wiederholt verlängerte Duldungen. Qualifizierte Zuwanderer nennt das Programm willkommen. Wer eingebürgert werden will, soll Sprache und Kultur des Landes annehmen.

Originalzitat anzeigen (Seite 3)
„Die AfD fordert außerdem: Unterbindung illegaler Migration, keine „Spurwechsel“, keine Kettenduldungen und die Ausreise aller Ausreisepflichtigen.“
Seite 3 im Original

Einordnung

  • Migrationeher restriktiv

    Bestehende Ausreisepflichten sollen ausnahmslos durchgesetzt und Bleibewege wie Spurwechsel und Kettenduldung ausgeschlossen werden, was den heutigen Stand restriktiver macht.

Westgrenze sichern, Unberechtigte zurückweisen

Die AfD verlangt, dass sich NRW im Bund für mehr Bundespolizei an der Grenze zu den Niederlanden und Belgien einsetzt. An den deutschen Grenzen sollen unberechtigte Personen ohne Ausnahme zurückgewiesen werden.

Die AfD will mehr Bundespolizei an der Grenze im Westen von NRW. Wer nicht einreisen darf, soll an der Grenze abgewiesen werden. Das soll ohne Ausnahme gelten. NRW soll das beim Bund fordern.

Die Grenze zu den beiden Nachbarländern ist laut Programm 494 Kilometer lang und an etwa 400 Stellen passierbar. Die AfD beschreibt sie als Schwerpunkt illegaler Einwanderung und grenzüberschreitender Kriminalität. Als Beispiel nennt sie Banden, die Geldautomaten sprengen.

Originalzitat anzeigen (Seite 9)
„für eine Verstärkung der Bundespolizei an der NRW-Westgrenze und für eine ausnahmslose Zurückweisung unberechtigter Personen an den deutschen Außengrenzen einsetzt“
Seite 9 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich restriktiv

    Ausnahmslose Zurückweisungen an den deutschen Grenzen gibt es heute nicht; ihre Einführung würde den Zugang für Asylsuchende grundlegend beschränken.

Sachleistungen und Arbeitsverbot für Asylbewerber

Die AfD will Asylbewerbern statt Geld Sachleistungen geben und verbleibende Geldleistungen nur über Chipkarten auszahlen. Während des Asylverfahrens und bei Ausreisepflicht soll keine reguläre Arbeit oder Ausbildung erlaubt sein. So will die Partei Anreize für eine Zuwanderung in die Sozialsysteme beseitigen.

Asyl-Bewerber sollen Sachen statt Geld bekommen. Restliches Geld soll es nur auf einer Chip-Karte geben. Sie sollen während des Verfahrens nicht arbeiten dürfen. Die AfD will so erreichen, dass weniger Menschen kommen.

Das Programm sieht in den Sozial- und Gesundheitsleistungen einen Anreiz, nach Deutschland zu kommen, und in den Sozialausgaben die größte Last für Kommunen und Land. Missbrauch soll durch strenge Kontrolle und Ahndung verhindert werden. Das Arbeits- und Ausbildungsverbot begründet die Partei damit, dass sich der Aufenthalt sonst verfestige. Zudem will sie die nationalen Grenzen stärker sichern und Asylsuchende dort zurückweisen. Auf Bundesebene will sie die aus ihrer Sicht ungerechte soziale Gleichstellung von Zugewanderten mit Einheimischen ändern.

Originalzitat anzeigen (Seite 19)
„Fehlanreize sind daher zu beseitigen, um auf diesem Wege die Armuts- und Versorgungsmigration unattraktiv zu machen.“
Seite 19 im Original

Einordnung

  • Wirtschafteher mehr Markt

    Sozialleistungen für eine Gruppe sollen eingeschränkt und strenger kontrolliert werden, um die Haushalte zu entlasten.

  • Migrationdeutlich restriktiv

    Umstellung auf Sachleistungen, ein Arbeits- und Ausbildungsverbot im Verfahren und Zurückweisungen an der Grenze verschärfen die heutige Lage grundlegend.

Altersprüfung für unbegleitete Minderjährige, kein Familiennachzug

Die AfD will bei unbegleiteten minderjährigen Ausländern in Zweifelsfällen eine medizinische Altersfeststellung vorschreiben. Der Nachzug ihrer Familien soll ausgeschlossen sein, und mit 18 Jahren sollen sie ausnahmslos ins Asylverfahren wechseln.

Manche jungen Ausländer kommen ohne Eltern. Die AfD will ihr Alter bei Zweifeln von Ärzten prüfen lassen. Ihre Familien sollen nicht nachkommen dürfen. Mit 18 Jahren sollen sie ins Asyl-Verfahren kommen.

Laut Programm kostet die Betreuung pro Person im Schnitt jährlich zwischen 60.000 und 80.000 Euro, was die Partei als unverhältnismäßig bezeichnet. In neun von zehn Fällen lasse sich die Minderjährigkeit mangels Ausweispapieren nicht sicher belegen. Die Partei verweist auf Untersuchungen aus Schweden, wonach viele angeblich Jugendliche schon volljährig seien. Sie meint zudem, die Jugendlichen würden oft vorgeschickt, damit später ihre Familien nachziehen können.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„fordert (a) obligatorische medizinische Altersuntersuchungen in Zweifelsfällen, (b) den Ausschluss von Familiennachzug und (c) den ausnahmslosen Übergang ins Asylverfahren bei Erreichen der Volljährigkeit.“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich restriktiv

    Der Familiennachzug zu unbegleiteten Minderjährigen soll ganz entfallen und eine Pflichtuntersuchung eingeführt werden, was die heutigen Regeln grundlegend verschärft.

Keine freiwillige Aufnahme über „Sichere Häfen“

Die AfD lehnt es ab, dass Kommunen oder das Land freiwillig zusätzliche Migranten aufnehmen. Hilfe in den Herkunftsländern oder in sicheren Nachbarstaaten hält sie für deutlich wirksamer.

Manche Städte wollen freiwillig mehr Migranten aufnehmen. Die AfD ist dagegen. Sie will lieber in den Heimat-Ländern helfen. Sie sagt: Das hilft mehr Menschen.

Nach Ansicht der Partei würde Hilfe vor Ort auch Todesfälle auf dem Mittelmeer verhindern. Sie wendet sich dagegen, die Zuständigkeit für die Aufnahme vom Bund auf Länder oder Kommunen zu verlagern. Erklärungen von Kommunen zum „sicheren Hafen“ hält sie für rechtlich wirkungslos, weil die Zuständigkeit dafür fehle.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Eine zusätzliche freiwillige Aufnahme von Migranten lehnen wir ab.“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Migrationeher restriktiv

    Die Partei wendet sich gegen zusätzliche freiwillige Aufnahmen, die Kommunen anstreben, und begrenzt damit Zuwanderung gegenüber einer diskutierten Ausweitung.

Verpflichtende Integrationsmaßnahmen und Kontrolle der Projekte

Wer rechtmäßig bleiben darf, soll nach dem Willen der AfD schneller in Arbeit kommen und sofort an verpflichtenden Integrationsmaßnahmen teilnehmen. Integrationsprojekte sollen kritisch begleitet und auf ihren Erfolg geprüft werden.

Wer bleiben darf, soll schnell Arbeit finden. Diese Menschen müssen sofort Kurse besuchen. Dort lernen sie Deutsch und die Werte des Landes. Die AfD will prüfen, ob Integrations-Projekte wirklich wirken.

Zu den Maßnahmen zählt das Programm Unterricht in Gesellschaftslehre sowie Angebote, die Sprache und Werte zusammen vermitteln. Auch bei Menschen mit nur vorübergehendem Schutz hält die Partei Sprache und Wertevermittlung für wichtig. Die Erfolgskontrolle begründet sie damit, dass öffentliche Gelder nicht von einer von ihr so genannten Asylindustrie missbraucht werden sollen.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Eine sofortige Eingliederung in verpflichtende Integrationsmaßnahmen ist unabdingbar.“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Migrationeher restriktiv

    Integration wird stärker als sofortige Pflicht ausgestaltet und Fördermittel werden strenger kontrolliert, also strengere Bedingungen im bestehenden System.

Härtefallkommission abschaffen, Kirchenasyl und NGO-Beratung beenden

Die AfD will Möglichkeiten abschaffen, mit denen abgelehnte Asylbewerber aus ihrer Sicht ihren Aufenthalt verlängern. Dazu sollen die Härtefallkommission entfallen, die Kirchenasyl-Vereinbarung gekündigt und die Flüchtlingsberatung von freien Trägern auf staatliche Stellen übertragen werden.

Die AfD will die Härtefall-Kommission abschaffen. Diese Kommission kann abgelehnten Menschen das Bleiben ermöglichen. Auch das Kirchen-Asyl soll enden. Flüchtlinge soll nur noch der Staat beraten.

Das Programm spricht von rund 75.000 Ausreisepflichtigen in NRW, die dank zahlreicher Schlupflöcher legal bleiben könnten. Die Zusammenarbeit mit freien Trägern, NGOs und besonders dem Flüchtlingsrat NRW in der Flüchtlingsberatung soll enden; stattdessen sollen etwa die Ausländerbehörden zuständig sein. Die Härtefallkommission werde nach Ansicht der Partei genutzt, um Zeit bis zu einer Beschäftigungsduldung zu überbrücken. Die Vereinbarung zwischen BAMF und Kirchen will sie über den Bund kündigen lassen, weil Kirchenasyl kein anerkanntes Rechtsinstitut sei.

Originalzitat anzeigen (Seite 20)
„Wir werden uns außerdem für die Abschaffung der Härtefallkommission einsetzen“
Seite 20 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich restriktiv

    Bestehende Einrichtungen wie Härtefallkommission und Kirchenasyl-Vereinbarung sollen ganz wegfallen, was Bleibemöglichkeiten grundlegend einschränkt.

Mehr Abschiebungen, Duldungen einschränken

Die AfD will deutlich mehr abschieben und Duldungen zurückdrängen. Dafür sollen die Liste sicherer Herkunftsstaaten erweitert, die Zentralen Ausländerbehörden gestärkt und die Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung abgeschafft werden.

Die AfD will mehr Menschen abschieben. Wer ausreisen muss, soll gehen oder zurückgebracht werden. Mehr Länder sollen als sicher gelten. Die Behörden für Abschiebungen sollen mehr Personal bekommen.

Als sichere Herkunftsstaaten sollen unter anderem Tunesien, Marokko, Algerien und Georgien gelten. Über Duldungen und Abschiebungen sollen statt der kommunalen die Zentralen Ausländerbehörden bei den Bezirksregierungen entscheiden, die ebenso wie die Rückkehrkoordinierungsstellen mehr Personal erhalten; auch die Abschiebeeinheiten der Polizei sollen wachsen. Per Bundesratsinitiative will die Partei die Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung streichen und sogenannte Kettenduldungen beenden. Der Ausweisungsschutz für Straftäter soll bei schweren und bei antisemitischen Taten auf das europa- und völkerrechtliche Mindestmaß sinken. Herkunftsstaaten, die bei der Identifizierung nicht mitwirken, sollen Druck über Entwicklungshilfe, Visa und notfalls Sanktionen spüren; wer Abschiebetermine verrät, soll strafrechtlich verfolgt werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Die Anzahl der Abschiebungen ist deutlich zu erhöhen. Hierfür ist u. a. die Liste der sicheren Herkunftsstaaten auszudehnen.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Polizeiliche Abschiebeeinheiten sollen ausgebaut und die Weitergabe von Abschiebeterminen konsequent strafrechtlich verfolgt werden.

  • Migrationdeutlich restriktiv

    Die Abschaffung der Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung, mehr sichere Herkunftsstaaten und ein auf das Minimum gesenkter Ausweisungsschutz verschärfen das Aufenthaltsrecht grundlegend.

Rückkehrprogramm „Fit4Return“ statt Arbeitsmarktintegration

Die AfD will Landesprogramme, die Ausreisepflichtige in den Arbeitsmarkt bringen, durch ein Rückkehrprogramm namens „Fit4Return“ ersetzen. Es soll Menschen in Berufen ausbilden, die beim Wiederaufbau ihrer Herkunftsländer gebraucht werden.

Manche Menschen müssen Deutschland verlassen. Die AfD will sie auf die Rückkehr vorbereiten. Sie sollen Berufe lernen, die ihre Heimat braucht. Das Programm heißt Fit4Return.

Das Programm richtet sich an Menschen aus Staaten, in denen Krieg oder Bürgerkrieg herrschte und die nun wiederaufgebaut werden. Zuschüsse für Rückkehrprojekte sollen steigen. Die Partei sieht darin einen Gewinn für Rückkehrer und Herkunftsländer, weil in Deutschland erworbene Berufskenntnisse mitgenommen würden.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Die AfD will bestehende Landesprogramme zur Arbeitsmarktintegration ausreisepflichtiger Personen durch Maßnahmen zur gezielten Förderung von Rückkehrern ersetzen.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Migrationeher restriktiv

    Fördermittel werden von der Arbeitsmarktintegration Ausreisepflichtiger auf die Rückkehr umgelenkt, was Bleibeperspektiven verringert.

Doppelte Staatsbürgerschaft nicht zum Normalfall machen

Die AfD wendet sich dagegen, die doppelte oder mehrfache Staatsangehörigkeit zur Regel zu machen. Wer Deutscher wird, soll seine bisherige Staatsangehörigkeit weiterhin grundsätzlich aufgeben, damit nach Ansicht der Partei keine Loyalitätskonflikte entstehen.

Wer Deutscher wird, soll seinen alten Pass abgeben. Das soll die Regel bleiben. Die AfD ist gegen zwei Pässe als Normalfall. Sie meint: Sonst weiß man nicht, zu welchem Land jemand hält.

Die Partei sieht die Einbürgerung als möglichen Abschluss einer gelungenen Integration. Die Staatsbürgerschaft soll nicht erhalten, wer Gesetze missachtet oder sich nicht klar zu Deutschland bekennt. Die im Staatsangehörigkeitsgesetz schon vorgesehenen Ausnahmen will sie bestehen lassen.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„Abgesehen von den gemäß Staatsangehörigkeitsgesetz bereits bestehenden Ausnahmen muss die Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit der Regelfall bleiben.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Migrationeher restriktiv

    Die Partei verteidigt die geltende Regel gegen die diskutierte generelle Zulassung der Mehrstaatigkeit und hält so an strengeren Einbürgerungsbedingungen fest.

Integrationsräte abschaffen und ersetzen

Die AfD will die kommunalen Integrationsräte und den Landesintegrationsrat abschaffen und durch ein anderes Gremium ersetzen. Sie begründet das mit geringer Wahlbeteiligung und einem aus ihrer Sicht wachsenden Einfluss extremistischer Gruppen.

In Städten gibt es Integrations-Räte. Dort vertreten gewählte Menschen die Zugewanderten. Die AfD will diese Räte abschaffen. Ein neues Gremium soll sie ersetzen.

Das Programm verweist auf die Wahl von 2020 mit einer Beteiligung von 13,3 Prozent und sieht darin ein Legitimationsproblem. Es spricht von einem Einfluss türkischer Fundamentalisten wie der Grauen Wölfe und von Unterwanderungsversuchen islamistischer Organisationen. Viele Wahlberechtigte seien bereits integriert oder eingebürgert, weshalb die Räte nach Ansicht der Partei nichts zur Integration beitragen. Wo bei Vertretern verfassungsfeindliche Bestrebungen festgestellt werden, soll der jeweilige Rat aufgelöst werden.

Originalzitat anzeigen (Seite 21)
„die Integrationsräte und somit auch den Landesintegrationsrat abzuschaffen und durch ein zeitgemäßes und zweckdienliches Gremium zu ersetzen.“
Seite 21 im Original

Einordnung

  • Migrationeher restriktiv

    Die gewählte Vertretung von Zugewanderten in den Kommunen soll entfallen, wird aber durch ein anderes Gremium ersetzt.

Zuwanderung streng nach Qualifikation steuern

Die AfD will Einwanderung auf qualifizierte Arbeitskräfte beschränken und streng kontrollieren. Für Fachkräfte von außerhalb Europas soll ein Modell nach japanischem Vorbild mit Vorrangprüfung, jährlichen Quoten und Punktesystem gelten.

Die AfD will weniger und genauer gesteuerte Einwanderung. Kommen sollen nur Menschen mit passender Ausbildung. Zuerst sollen Menschen aus Deutschland und Europa die Stellen bekommen. Wer kommt, muss schon Deutsch können und ein Job-Angebot haben.

Vor weiterer Migration sollen zunächst bereits legal hier lebende Menschen mit Migrationshintergrund in Arbeit gebracht werden. Die Vorrangprüfung soll gestuft ablaufen: erst inländische Arbeitskräfte, dann europäische, erst danach außereuropäische; ausgewanderte Fachkräfte sollen über Rückkehrprogramme zurückgeholt werden. Voraussetzungen sind ein Jobangebot mit Mindestgehalt und Deutschkenntnisse auf Niveau B1, in Berufen wie Pflege B2, schon bei der Einreise. Branchen und Quoten sollen jährlich je nach Konjunktur festgelegt werden. Für Hochschulabsolventen will die AfD die Blaue Karte EU bei Vorrangprüfung und Mindestgehalt anpassen. Den Spracherwerb qualifizierter Zuwanderer und ihrer Angehörigen will sie mit Landesprogrammen fördern.

Originalzitat anzeigen (Seite 30)
„Die AfD tritt deshalb für einen Paradigmenwechsel ein und fordert eine maßvolle legale Einwanderung nach qualitativen Kriterien.“
Seite 30 im Original

Einordnung

  • Migrationdeutlich restriktiv

    Das Zuwanderungssystem soll mit strenger Vorrangprüfung, Jahresquoten und Sprachnachweis vor der Einreise grundlegend restriktiver umgebaut werden.

Sozialleistungen für EU-Zuwanderer begrenzen

Die AfD will die EU-Freizügigkeit auf Arbeitnehmer beschränkt verstanden wissen und eine Zuwanderung in die Sozialsysteme unterbinden. Ansprüche von EU-Ausländern auf Sozialleistungen sollen so weit gesenkt werden, wie es das Europarecht zulässt.

EU-Bürger dürfen in anderen EU-Ländern leben und arbeiten. Die AfD findet das für Arbeitnehmer gut. Sie will aber weniger Sozial-Leistungen für EU-Ausländer. Ämter sollen strenger prüfen, wer bleiben darf.

Das Programm sieht in Ruhrgebietsstädten wie Gelsenkirchen, Duisburg oder Dortmund den sozialen Frieden durch Zuwanderung aus Südosteuropa gefährdet. Ausländerbehörden sollen mehr Geld und Personal bekommen, um konsequent zu prüfen, ob das Freizügigkeitsrecht von Unionsbürgern besteht oder verloren ist. In bestimmten Fällen sollen Sperren für die Wiedereinreise möglich sein.

Originalzitat anzeigen (Seite 31)
„Die AfD fordert daher die Ausschöpfung der europarechtlichen Gesetzgebung, um sozialrechtliche Gleichbehandlungsansprüche von EU-Ausländern zu minimieren.“
Seite 31 im Original

Einordnung

  • Europaeher weniger EU

    Die Freizügigkeit soll enger ausgelegt und nationale Spielräume gegenüber EU-Gleichbehandlungsansprüchen ausgeschöpft werden.

  • Migrationeher restriktiv

    Leistungen und Aufenthaltsrechte von EU-Zuwanderern sollen strenger geprüft und begrenzt werden.

Kosten der Zuwanderung im Haushalt ausweisen

Die AfD verlangt für NRW eine detaillierte und offene Aufstellung der Kosten der Zuwanderung als eigenen Posten im Landeshaushalt. Sie begründet das damit, dass verlässliche Zahlen zu den Kosten der Flüchtlingspolitik bis heute fehlen.

Die AfD will wissen, was die Zuwanderung das Land kostet. Der Haushalt des Landes soll diese Kosten extra zeigen. Die AfD sagt: Bisher gibt es dazu keine klaren Zahlen.

Laut Programm ist offen, was die Aufnahme von mehr als zwei Millionen Menschen insgesamt gekostet hat. Die Ausgaben verteilen sich demnach auf viele Einzelpläne von Bund, Ländern und Kommunen und sind schwer zu überblicken. Die AfD räumt ein, dass sich nicht alle Kosten genau beziffern lassen, weil Haushalte Ausgaben meist nicht nach Personengruppen aufschlüsseln.

Originalzitat anzeigen (Seite 41)
„dass die Kosten der Zuwanderung im Landeshaushalt als eigene Position ausgewiesen werden“
Seite 41 im Original

Einordnung

  • Migrationeher restriktiv

    Zuwanderung soll künftig als eigener Kostenposten sichtbar gemacht werden, was die Politik auf ihre Kosten hin ausrichtet und zum restriktiven Pol passt.

Weniger Zuweisung Geflüchteter bei knappem Wohnraum

Die AfD will bei der Verteilung von Asylsuchenden und anerkannten Schutzberechtigten auf die Kommunen den örtlichen Wohnungsmarkt stärker berücksichtigen. In Städten mit angespanntem Markt soll die Zuweisung deutlich sinken.

Geflüchtete werden auf Städte und Gemeinden verteilt. Die AfD will dabei auf den Wohnungs-Markt achten. Wo Wohnungen knapp sind, sollen weniger Geflüchtete hinkommen. So will die Partei Einheimische mit wenig Geld schützen.

Nach Darstellung des Programms erhöht die Zuweisung die Nachfrage nach günstigen Wohnungen. Die knappe Versorgung soll sich nicht weiter zulasten einkommensschwacher einheimischer Bürger verschärfen. Aus Sicht der AfD sind bezahlbares Wohnen und starke Zuwanderung bei offenen Grenzen nicht vereinbar.

Originalzitat anzeigen (Seite 50)
„Liegt in einer Kommune eine angespannte Wohnungsmarktlage vor, so muss die Zuweisung deutlich reduziert werden.“
Seite 50 im Original

Einordnung

  • Migrationeher restriktiv

    Die Aufnahme von Geflüchteten in Kommunen mit knappem Wohnraum soll begrenzt werden, was die Bedingungen der Unterbringung einschränkt.

Was sagen die anderen Parteien zu Migration und Integration?

Alle Programme in Nordrhein-Westfalen im Vergleich