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AfD zu Gleichstellung und Vielfalt

Aus dem Programm „Wahlprogramm der Alternative für Deutschland für die Wahl zum 18. Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen“

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2022, 15. Mai 2022Original-PDF, 55 SeitenAnalyse vom 2. Oktober 2026

KIZusammenfassungen und Einordnungen auf dieser Seite hat eine KI erstellt. Ein Mensch prüft sie nicht einzeln. Wie sie entstehen

Einordnung beim Thema Gleichstellung und Vielfalt

Durchschnitt der Punkte auf dieser Seite. Die Einordnung erstellt eine KI.

Jede Achse misst ein Thema. Ein „links“ oder „rechts“ für alles gibt es hier nicht: Wirtschaft, Gesellschaft, Migration und Sicherheit stehen getrennt. Eingeordnet ist nur, was im Programm steht. So lesen Sie die Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst (+1), aus 1 Punkt

    Punkte je Stufe: 0 deutlich Bürgerrechte zuerst, 0 eher Bürgerrechte zuerst, 0 ausgewogen, 1 eher Sicherheit und Ordnung zuerst, 0 deutlich Sicherheit und Ordnung zuerst

  • Gesellschafteher konservativ (+1,4), aus 8 Punkten

    Punkte je Stufe: 0 deutlich progressiv, 0 eher progressiv, 0 ausgewogen, 5 eher konservativ, 3 deutlich konservativ

Die kleinen Säulen unter den Balken zeigen, wie viele Punkte auf jeder der fünf Stufen liegen.

Schriftliches Gendern verbieten

Die AfD will das Gendern in geschriebener Sprache verbieten und verweist dabei auf Frankreich als Vorbild. Sie sieht in geschlechtergerechten Schreibweisen eine aufgezwungene Veränderung der deutschen Sprache.

Die AfD will das Gendern in Texten verbieten. Gendern heißt: Man schreibt Wörter so, dass alle Geschlechter gemeint sind. Die Partei findet, das schadet der deutschen Sprache. Frankreich ist für sie das Vorbild.

Das Programm stellt „natürliche Sprache“ gegen das Gendern. Nach Darstellung der AfD wollen politische Gegner der Bevölkerung diese Schreibweisen aufzwingen. Die Partei kündigt an, sich dem entgegenzustellen, und nennt das französische Verbot als Muster.

Originalzitat anzeigen (Seite 3)
„Die AfD stellt sich dem entgegen und will schriftliches Gendern wie in Frankreich verbieten.“
Seite 3 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Ein heute nicht bestehendes Verbot geschlechtergerechter Schreibweisen soll eingeführt werden, um die überlieferte Sprachform zu bewahren.

Keine Gendertheorie im Unterricht

Die AfD will Gendertheorie aus Lehrplänen und Unterricht heraushalten, weil sie diese für ein ideologisches Konstrukt hält. Sexualerziehung soll altersgemäß sein und Schamgrenzen achten. Lehrpläne und Unterricht sollen nach ihrem Willen frei von politischer Beeinflussung sein.

Die AfD will keine Gender-Theorie in der Schule. Gender-Theorie sagt: Geschlecht ist auch von der Gesellschaft gemacht. Die AfD hält das für falsch. Sexual-Kunde soll zum Alter der Kinder passen. Die Eltern sollen vorher Bescheid bekommen.

Nach Ansicht des Programms ist die Auffassung, Geschlecht sei ein soziales Konstrukt, wissenschaftlich nicht haltbar. Sexualkunde soll auf gesicherten biologischen und psychologischen Erkenntnissen beruhen, und die Eltern der jeweiligen Jahrgangsstufe sollen vorab umfassend informiert werden. Spiele und Materialien, bei denen sich Kinder in andere sexuelle Identitäten hineinversetzen müssen, lehnt die AfD als Bevormundung ab. Schüler sollen ihre politischen Ansichten ohne Angst vor Benachteiligung durch Lehrer oder Mitschüler äußern können.

Originalzitat anzeigen (Seite 14)
„Die Gendertheorie darf daher nicht in Lehrpläne und Unterricht einfließen.“
Seite 14 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Inhalte zu geschlechtlicher Vielfalt sollen aus dem Unterricht herausgehalten und die Sexualerziehung enger gefasst werden.

Kopftuchverbot für Mädchen und im öffentlichen Dienst

Die AfD will Mädchen das Tragen eines Kopftuchs bis zur Religionsmündigkeit verbieten. Im öffentlichen Dienst sollen deutlich sichtbare religiöse Symbole, darunter Kopftücher, generell untersagt werden.

Junge Mädchen sollen kein Kopftuch tragen dürfen. Das Verbot gilt bis zur Religions-Mündigkeit. Ab diesem Alter entscheiden Kinder selbst über ihre Religion. Auch Beschäftigte des Staates sollen kein Kopftuch tragen.

Nach Ansicht der Partei sexualisiert das Kopftuch Mädchen schon vor der Pubertät und nimmt ihnen eine unbeschwerte Kindheit sowie die Selbstbestimmung über ihren Körper. Ein staatliches Verbot soll sie vor einer frühen Prägung durch eine als fundamentalistisch bezeichnete Glaubenspraxis schützen und Konflikte an Schulen vermeiden. Das Verbot im öffentlichen Dienst begründet das Programm mit der weltanschaulichen Neutralität des Staates.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Die AfD fordert ein Kopftuchverbot bis zur Religionsmündigkeit, um Schulen von Konflikten zu befreien“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Bürgerrechte und Sicherheiteher Sicherheit und Ordnung zuerst

    Der Staat würde mit einem Bekleidungsverbot in die persönliche Religionsausübung eingreifen.

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Neue allgemeine Verbote religiöser Kleidung für Kinder und Staatsbedienstete schränken religiöse Vielfalt zugunsten der hergebrachten Kultur grundlegend ein.

Öffentlichen Muezzinruf unterbinden

Die AfD will den per Lautsprecher verstärkten Muezzinruf verhindern, soweit das rechtlich möglich ist. Sie sieht im Gebetsruf einen Ausdruck religiöser Intoleranz und eine Belastung für Anwohner.

Manche Moscheen rufen laut zum Gebet. Das nennt man Muezzin-Ruf. Die AfD will diesen Ruf verhindern. Sie sagt: Er stört die Nachbarn und den Frieden.

Das Programm kritisiert, dass immer mehr Kommunen in NRW Moscheegemeinden solche Genehmigungen erteilen. Der Inhalt des Rufs lasse nach Ansicht der Partei keinen anderen Gott gelten. Sie führt außerdem an, der Ruf gefährde den sozialen Frieden und mindere den Wert von Immobilien in Moscheenähe.

Originalzitat anzeigen (Seite 24)
„Die AfD setzt sich daher im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten für die Unterbindung des Muezzinrufes ein.“
Seite 24 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Eine von Kommunen zunehmend genehmigte religiöse Praxis soll im rechtlich möglichen Rahmen zurückgedrängt werden, was die hergebrachte Kultur bevorzugt.

Benachteiligung von Jungen und Männern beenden

Die AfD sieht Jungen und Männer systematisch benachteiligt und will Unterschiede zwischen den Geschlechtern anerkennen und fördern. Forschungsgelder für Männer- und Frauenforschung sollen gleich verteilt werden, neue Stellen für Gleichstellungsbeauftragte lehnt sie ab.

Die AfD sagt: Jungen und Männer haben Nachteile. Sie will Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen beachten. Geld für Forschung über Männer und Frauen soll gleich verteilt werden. Neue Gleichstellungs-Beauftragte will die AfD nicht.

Nach Auffassung des Programms zeigen Jungen etwa mehr Bewegungsdrang und Risikobereitschaft, was wertgeschätzt werden solle. Gleichberechtigung dürfe aus Sicht der AfD nicht zu Gleichmacherei führen und kein Geschlecht bevorzugen. Die gleichmäßige Verteilung der Forschungsmittel begründet die Partei auch mit einem teils patriarchalischen Männerbild in zugewanderten Gruppen. Als Modellprojekte schlägt sie nach Geschlechtern getrennten Unterricht oder einzelne getrennte Unterrichtseinheiten vor.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Statt Stellen für Gleichstellungsbeauftragte zu schaffen, sollen Bemühungen um echte Gleichberechtigung gefördert werden.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die bestehende Gleichstellungspolitik soll zurückgefahren und die Unterschiedlichkeit der Geschlechter betont werden.

Geschlechtsangleichung bei Minderjährigen einschränken

Die AfD lehnt ein Selbstbestimmungsrecht über das Geschlecht ab. Pubertätsblocker sollen Jugendliche nur mit Zustimmung der Eltern erhalten, geschlechtsangleichende Operationen soll es nur für Erwachsene geben.

Die AfD ist dagegen, dass Menschen ihr Geschlecht selbst bestimmen. Pubertäts-Blocker sind Medikamente, die die Pubertät aufhalten. Jugendliche sollen sie nur bekommen, wenn die Eltern zustimmen. Operationen soll es nur für Erwachsene geben.

Das Programm wendet sich gegen ein aus seiner Sicht sich ausbreitendes Recht, über das biologische Geschlecht selbst zu bestimmen. Pubertätsblocker sollen an Jugendliche nicht ohne elterliche Einwilligung abgegeben werden. Operative Eingriffe sollen Volljährigen vorbehalten sein und eine angemessene Beratungszeit voraussetzen.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Wir fordern, dass Jugendliche ohne Zustimmung der Eltern keine Pubertätsblocker verabreicht bekommen dürfen.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Die geschlechtliche Selbstbestimmung soll abgelehnt und die Behandlung Minderjähriger an engere Bedingungen geknüpft werden.

Geschlechterquoten ablehnen

Die AfD bekennt sich zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern, lehnt Quoten aber grundsätzlich ab. Der Staat solle nur für gleiche Chancen sorgen; Stellen sollen nach Leistung besetzt werden.

Die AfD will gleiche Rechte für Frauen und Männer. Sie ist aber gegen Quoten. Eine Quote schreibt vor, wie viele Frauen oder Männer eine Stelle bekommen. Die AfD sagt: Nur die Leistung soll zählen.

Das Programm beruft sich auf Artikel 3 des Grundgesetzes, wonach niemand wegen seines Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Quoten wertet die AfD als Zwang, der mit der Gleichheit vor dem Gesetz unvereinbar sei. Der Staat dürfe aus ihrer Sicht keine Geschlechteranteile in einzelnen Bereichen erzwingen. Vor allem bei staatlichen Stellen sollen Bereitschaft und Fähigkeit zur Leistung entscheiden.

Originalzitat anzeigen (Seite 27)
„Quotenregelungen jeder Art sind jedoch Zwangsmaßnahmen und widersprechen der Gleichheit vor dem Gesetz.“
Seite 27 im Original

Einordnung

  • Gesellschaftdeutlich konservativ

    Alle Quotenregelungen werden abgelehnt, was bestehende gesetzliche Gleichstellungsvorgaben zurücknehmen würde.

Förderung für bestimmte Gruppen streichen

Die AfD will Ausgaben beenden, die sie als parteipolitisch oder ideologisch begründet ansieht. Vielfalt allein soll keinen Anspruch auf staatliches Geld begründen, und Gruppen, die aus Sicht der Partei gegen die Gesellschaft arbeiten, sollen nicht gemeinnützig sein.

Die AfD will bestimmten Gruppen kein Geld vom Staat mehr geben. Sie sagt: Anders zu sein gibt kein Recht auf Geld. Manche Gruppen sollen auch nicht mehr als gemeinnützig gelten. Als Beispiel nennt die AfD die Antifa.

Das Programm bekennt sich zur freien Entfaltung der Persönlichkeit und zu verschiedenen Lebensentwürfen, solange niemand anderen schadet. Daraus folge aber kein Anspruch auf öffentliche Förderung. Organisationen, die die AfD als aggressiv und verfassungsfeindlich einstuft, sollen keine Unterstützung mehr erhalten und den Status der Gemeinnützigkeit verlieren.

Originalzitat anzeigen (Seite 41)
„Mit der AfD in Regierungsverantwortung wird es z. B. keine Unterstützung mehr für aggressive, hetzerische und verfassungsfeindliche Organisationen und Gruppen wie die sogenannte Antifa geben.“
Seite 41 im Original

Einordnung

  • Gesellschafteher konservativ

    Staatliche Förderung, die an Vielfalt anknüpft, soll zurückgefahren werden, was vom heutigen Stand in Richtung des konservativen Pols führt.

Was sagen die anderen Parteien zu Gleichstellung und Vielfalt?

Alle Programme in Nordrhein-Westfalen im Vergleich